Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 1 (1904)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1904)
- Article
- Palästina als Kolonisationsgebiet
- Date
- 1904-01-01
- Page
- Seite 3 (sequence 1)
- Language
- German
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— 3 — PALÄSTINA ALS KOLONISATIONSGEBIET. Von Prof. Dr. O. War bürg. Den Bestrebungen, die jüdische Kolonisation nach dem Orient und speziell nach Palästina zu lenken, wird neben den ja tatsächlich vorhandenen politischen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten vor allem der Einwand entgegengehalten, dass das Land sich für die Kolonisation nicht eigne, es sei durch die 1000jährige Vernachlässigung und Misswirtschaft in eine hoffnungslose und kaum mehr besserungsfähige Verfassung geraten, die zunehmende Devastierung der Wälder habe das Klima verändert, die geringe Erdkrume, welche sich auf den an sich schon dürren Berghängen gebildet hatte, sei durch die winterlichen Sturzregen, die nicht mehr von den Waldungen aufgehalten werden, herabgespült, während die Täler und Ebenen durch das Fehlen jeglicher Flussregulierungen versumpften und Brutstätten der schlimmsten Fieber- ';miasmen wurden. All diesen Faktoren sei die entsetzliche Entvölkerung jener Gebiete zuzuschreiben, un.d es sei keine Hoffnung auf Besserung vorhanden, den unwahrscheinlichen Fall ausgenommen, dass durch viele Jahrzehnte fortgesetzte Sanierungsarbeiten, die aber ganz gewaltige Summen verschlingen würden, die Sünden der Vorzeit wieder gut gemacht und die Grundlagen für eine spätere Kolonisation geschaffen werden würden. Demgemäss sei es für Privatleute, Gesellschaften und Verbände, die sich nicht in dauerndem Besitz der Regierungsmacht wüssten, sowie über ganz enorme Geldmittel verfügten, die sie ä fond perdu verwenden könnten, völlig aussichtslos, eine gesunde Kolonisation daselbst einzuleiten, und es sei schade um jeden Pfennig, den man darauf verwende, da man in Argentinien, Kanada, ja selbst in Russland mit dem gleichen Anlagekapital ganz andere Erfolge erzielen könne. Was Palästina selbst beträfe, so sei das Land an sich auch viel zu klein und zu gebirgig, um eine irgendwie ins Gewicht fallende Zahl von Ansiedlern aufnehmen zu können, auch sei es in bezug auf das Klima unter den Ländern des Orients noch besonders ungünstig gestellt. In Anbetracht dieser so gewichtigen Einwände ist es wohl von Bedeutung, die Grundlagen, auf denen sich jede Kolonisation in Palästina und den Nachbarländern aufbauen muss, sowohl jede von aussen kommende, als jede innere Kolonisation, einer ernsten Kritik zu unterziehen. Denn was nützen die schönsten und solidesten Gebäude, wenn der Grund, auf dem sie