Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1892
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Ohne Titel] / Breßlau, H.
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 407 (sequence 4)
- Language
- German
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Nachrichten. 407 Der jetzt von M. Brann herausgegebene Jüd. Volks- und Hauskalender (früher Liebermann) Breslau 1892, enthält zwei hierhergehörige Aufsätze des Herausgebers: 1. „Ein altes Testament", nämlich das des Samuel Isaak Skutsch aus Tost in Oberschlesien, gest. 23. Jan. 1788, ein kulturgeschichtlich sehr merkwürdiges, für die Anschauungen des Testators sehr ehrenvolles Aktenstück. 2. „Der hebräische Buchdruck in Breslau". Mitteilungen über Lob Sulzbach und seine Nachfolger, besonders über die Thätigkeit vom Anfange dieses Jahrhunderts. N. NIIiuAer: Börne, Reine anä I^ssaHe, (l'ke Nevorak Uovtkl^, vol. XI ii0. 4, oet. 1891) schildert nach bekannten Quellen die Stellung der genannten drei Männer zum Judenthum. — In den von I. Jastrow herausgegebenen „Jahresberichten der Geschichtswissenschaft" berichtet Kayserling über die die Geschichte der Juden betreffende Literatur. Dabei erwähnt er viele Artikel und Mittheilungen dieser Zeitschrift, meist ohne sie zu beurtheilen. Nur meinen Bemerkungen sucht er gelegentlich etwas anzuhängen; indessen läßt mich das Urtheil eines UrtheilSlosen ziemlich kalt. Protestiren muß ich nur gegen eine Seitenbemerkung. Bei der Erwähnung meiner Berliner Studien sagt Herr K. „nach den vom Verf. (und von Herrn Landshuth?) gesammelten Materialien". Die trotz des Fragezeichens böswillige Klammer hätte sich Herr K. sparen können, ich pflege nämlich das, was ich Andern verdanke, zu citiren. Der verstorbene Landshuth hatte, wie so manche Bundesgenossen K s., keinen geschichtlichen Sinn; seine Sammlungen bezogen sich auf Genealogie und Curiosa und hatten für das, was ich unter Geschichte verstehe, wenig Werth. Wenn ich trotzdem seinen Namen mit auf den Titel meiner „Geschichte der Juden in Berlin" setzte, als eines, dessen Materialien ich benutzt hatte, so that ich es nicht wegen des Werthes dieser Materialien, sondern weil ich nur unter dieser Bedingung von dem eigensinnigen, schwer zu behandelnden, sein Besitzthum maßlos überschätzenden Sammler die Verwerthung einzelner immerhin brauchbaren Stücke erlangen konnte. Ich habe sonst nicht die Gewohnheit, mich gegen Verstorbene zu wenden, sondern pflege mich, wie Herr K. wohl erfahren hat, mit Lebenden zu beschäftigen; da meine liebenswürdigen Herren Gegner aber nicht aufhören, Herr Landshuth ein Verdienst an meinem obengenannten Buche zuzuschreiben, so erkäre ich, daß Herrn L. eben nur soviel Verdienst zukommt wie dem, der vielleicht ein Dutzend brauchbarer Aktenstücke beigesteuert hat, daß aber an der Abfassung des Buches Herrn Landshuth nicht der allergeringste Antheil zukommt. _ L. G.