Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1892
- Issue
- Heft 3
- Article
- A. Springer über die Juden
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 400 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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400 Misccllen. Kaufherren und Fabrikanten zu einer planmäßigen Bekämpfung des Verbotes in den Zeitungen. Die Seele dieser Gesellschaft, Herr von Portheim, einer der edelsten und tüchtigsten Männer Prags, beriet mit seinem Freunde Pinkas, in wessen Hände die Agitation gelegt werden könne. Pinkas brachte natürlich mich in Borschlag und so wurde ich mehrere Jahre lang der wohlbestallte Vertreter des Vereins. Der Zufall war uns überaus günstig. Es kamen fast gleichzeitig mehrere große Herrschaften unter den Hammer. Nach Verabredung boten jüdische Magnaten die höchsten Summen, die aber zurückgewiesen werden mußten, so daß die Güter entweder viel niedrige Preise erzielten oder wegen ungenügenden Angebots der Verkauf überhaupt eingestellt wurde. Das war Wasser aus unsere Mühle. Es kostete wohl einige Mühe, die Leser nicht durch die wiederholte Vorführung eines und derselben Klage zu langweilen. — Meine Ausgabe bestand in dem Ersinnen verschiedener Variationen auf das eintönige Thema. Schließlich krönte der Erfolg unsere fortwährenden Angriffe. Ich hatte der guten Sache mit Eifer gedient, so daß viele glaubten, ich vertheidige die eigene. Als das Verbot für die Juden Grundbesitz zu erwerben, aufgehoben wurde, telegraphirte mir der Redacteur der National-Zeitung, der alte Zabel, einen Glückwunsch zum Siege meiner Glaubensgenossen". Einer freundlichen Mittheiluug G. Wolfs entnehme ich zur Erklärung der obigen Auseinandersetzung folgende Stelle: „Nicht blos der Großgrundbesitz sondern der Grundbesitz überhaupt (außer im Ghetto) wird durch die Verordnung vom 2. October 1853 verboten, durch die Verordnung vom 2. Februar 1860 wird derselbe wieder gestattet". NotiM. 1. Die Vossische Zeitung von 1749 bringt sehr wenige Annoncen, meistens Buch- und Lotterie-Anzeigen. Um so merkwürdiger erscheint die folgende (Dienstag 20. Mai): „Dem Publice wird hierdurch kund und bekannt gemacht, daß unlängst hier passiret der berühmte Rabbiner Petachja, des großen und weltbekannten Amsterdammer und Mahnzer Rabbiners David de Lides Sohn (welcher bereits eum I^eentia Umversitatis das berühmte Buch ^aä Ooldo in Frankfurt am Mayn durch Herrn Johann Kelner hat drucken lassen) äe novo ein von allen Universitäten approbirtes Buch Aemaeli den DavilZ) in unterschiedenen Sprachen in den Druck zu geben resolviret. Wer also hierzu Lust und Liebe hat, beliebe sich bey den ins künftige durch eben diese Zeitung denomiret werden sollenden Collecteurs und Plätzen schrist-