Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1892
- Issue
- Heft 2
- Article
- Notizen / L. G.
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 290 (sequence 2)
- Language
- German
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290 Miscellen. thum übertriebenen Glaubensgenossen verhängen, aber auch von Hindernissen, welche Christen dem Unternehmen bereiten. Unterredungen der Missionäre mit Juden werden veranstaltet. Mannigfache Beispiele der stattgehabten Taufe von Juden werden aufgeführt. Auf einen Rabbi I. E., der aus England nach Halle gekommen, setzt man besondere Hoffnung. „Ein Lehrer in Franken hat angefangen, Arnd's Paradiesgärtlein ins jüdisch-deutsche zu übersetzen. In einer Schule hat man das jüdisch-deutsche zu lehren ein geführ et. . . . In der Druckerei sind das Evangelium Matthen, die andere Auflage des Evangelii Johannis, die Epistel an die Epheser, die Episteln an Timotheum, Titum und Philemon, die Episteln Jacobi und Judä, Johannis und Petri nebst der Offenbarung Johannis fertig worden, daß also nunmehro das ganze neue Testament in jüdischdeutscher Sprache heraus ist". Moses Mendelssohn 1763. 1773. In der Vierteljahrsschrist f. Literaturgeschichte (Bd. IV, H. 2, 1891) werden von Fr. Wilhelm Briefe an Ramler, den bekannten in dem Berliner Literatenkreise sehr angesehenen Odendichter, veröffentlicht. Unter diesen befindet sich auch einer (19. Juli 1763, S. 232 fg.) Mendelsohn's an den damals in Kerstin weilenden Freund. In diesem Briefe kommt die Stelle vor „die Münzherren verlangen eine Friedens-Medaille, und ich habe versprechen müssen, an Sie deshalb zu schreiben. . . . Diese Herren verlangen, wie Sie wissen, niemals anders, als mit der reichen Leuten so anständigen Frostigkeit. Indessen müssen sie doch nothwendig eine Friedens-Medaille schlagen lassen, und ich befürchte, wo Sie nicht bald eine Idee einsenden, Hr. E. läßt seine Illumination ganz wie sie war, mit Lampen und Kieferlaub, aus die Medaille bringen". Die „Münzherren", die hier mit dem Buchstaben E angedeutet werden, sind natürlich die Ephraims (Gesch. d. Juden in Berlin II, 140—144). Daß Mendelssohn mit diesen in Verbindung stand, war bekannt. Auch ein anderer Vorschlag, zu dem Ramler gleichfalls zugezogen werden sollte, gehört derselben Zeit an, Kupfermünzen mit Inschriften und Zeichnungen zu versehen, welche die Thaten Friedrichs verherrlichten (a. a. O. II, 130 fg.). Ein zweiter Brief von Wieland 1773 (S. 24) enthält folgende Notiz: „Unserm vortrefflichen Mendelssohn empfehlen Sie mich. Ich erhielt vor einiger Zeit einen freundschaftlichen Brief von ihm, der mich zugleich erfreute und betrübte. Ich wage es nicht ihm wiederzuschreiben, aber niemand kann sich mehr für seine" Hier bricht der Brief ab. Ein solcher Brief Mendelssohn an Wieland ist bisher nicht bekannt geworden. Ueber das