Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1890
- Issue
- Heft 2
- Article
- Ein Brief Julius Mosen's (1846)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 305 (sequence 2)
- Language
- German
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Miscellen. 305 Handschrist in der Eutiner Ghmnasialbibliothek. Mosen's „Ahasver" war 1838 erschienen. 1839 kamen in Leipzig „Israelitische Gedichte" von Moritz Frankel und Mar Ring heraus, auf welche sich nach freundlicher Mittheilung des letzteren der Brief wahrscheinlich bezieht. — Das Unheil ist für den Dichter des „Ahasver" und für die Zeit, in welcher es ausgesprochen wurde, gleich bemerkenswerth. ^Jch muß der Vermuchung des Einsenders widersprechen, wenn sie auch durch die Autorität Max Rings gestützt erscheint. Der Brief ist vom 1.1846 datirt und es wäre daher seltsam, wenn er sich auf ein 1839 erschienenes Buch bezöge. Da der Schreiber außerdem bei dem Datum keinen Ort angiebt, so wird der Brief wohl an einen in demselben Orte Lebenden gerichtet sein. Nun weilte Mosen 1846 als Dramaturg in Oldenburg; dort aber erschien 1846 ein Büchlein unter dem Titel „Judenlieder von August Janßen", 128 S., ein sehr merkwürdiges Buch mit der Widmung „Den Israeliten von einem Christen". Es ist mir kein Zweifel, daß der Brief an A. Janßen, über welchen die Allg. d. Biogr. und Goedeke schweigen, gerichtet ist. — Zur Charakteristik von Mosen's Gesinnung mag noch ein kurz vorher gedichteter würdiger und echt poetischer Prolog zu Lessings „Nathan der Weise", Werke, Leipzig 1880 Bd. VI, S. 287 ff., angeführt werden. L. G.^