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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1890-01-01 · Heft 1 · p. Seite 38

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1890
Issue
Heft 1
Article
Kleine Beiträge zur Geschichte der Juden in Berlin
Date
1890-01-01
Page
Seite 38 (sequence 10)
Language
German
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38 Geiger: Kleine Beiträge zur Geschichte der Juden in Berlin. Allergnädigsten Fürsten und Herrn Friedrich des Zweiten glorreichen Andenkens, welche den 17. Ellul des 5546. Jahres (den 10. Sept. 1786) von der Israelitischen Gemeinde zu Berlin gehalten worden ist; auf Hebräisch abgefaßt von Hartwig Weßely und ins Deutsche übersetzt von Lazarus Bendavid. Berlin, gedruckt in der Jüdischen Freyschule" 63 S.S. 8°. Die Übersetzung ist gewandt und gut, die Rede in Form und Inhalt sehr würdig. Sie legt den Spruch Rabbi Simons (Spr. d. V. 4, 17) der Betrachtung zu Grunde. Friedrich II. wird sehr gerühmt: einmal wird er als „dieses Kleinod der Erde" bezeichnet; seine Toleranz wird hervorgehoben, „er war der erste, der seine Gesetze auf Menschenliebe und Weisheit gründete", er war, so heißt es an anderer Stelle, „der größte Mensch, der größte Regent, der vortrefflichste Held, ein Ausbund der Weisen". Herablassung und Stolz (im guten Sinne) werden als seine Haupteigenschaften bezeichnet. Auf des Königs Stellung zu den Juden findet sich keine Anspielung. Auch ein polyglotter Scherz verdient in diesem Zusammenhang eine Erwähnung. In den letzten Lebensjahren Friedrichs nämlich erschien eine Sammlung unter folgendem Titel: „Grossester Friedrich, Großmächtigster König! Zungen und Völker sind alle zu wenig, Dich und den Tag, diesen Festtag zu singen: Hör allergnädigst den Wunsch, den sie bringen! aufrichtig ist er, sonst niedrig und schlecht, von einem Dir untertänigsten Knecht, Johann Samuel Zeffel, von Oels aus Schlesien, d. H. G. G. B. Leipzig, gedruckt beh Christian Friedrich Rumpf". Die Sammlung enthält Gedichte in 32 Sprachen, meist mit lateinischer Übersetzung; unter dem unübersetzt gebliebenen befindet sich das hebräische — ein Akrostichon auf den Namen Friedrich, 7 siebenzeilige gereimte (aaddeee) Strophen —, das wol aus des Verfassers eigner Fabrik zu stammen scheint, denn es ist von elastischem Hebräisch recht weit entfernt. Wird man daher auch gern auf die Wiedergabe dieses Gedichts verzichten, so mag als Curiosum hier ein jüdisch-deutsches Gedicht folgen, das unter der Überschrift „die Deutsche Judenschaft" zwischen dem böhmischen und lateinischen abgedruckt ist. In der linken Spalte stehen die 4 Strophen in hebräischer Cursivschrist, rechts stehn sie mit deutschen Lettern und interlinearer lateinischer Übersetzung; ich lasse diese beiden hier folgen, weil für manche Leser die erste Zeile wol erst durch die zweite verständlich werden möchte. Seh mauchel Fridenk uns Vre Jsraelim InäulAeaL k'riäeriee nodis Llüs Israel Die sich auch unkrav scyn, vernimm, Nasi! vernimm Hui etiam aeeeäunt; auäl, maxime! auäi

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