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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1889-01-01 · Heft 2 · p. Seite 289

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1889
Issue
Heft 2
Article
Julius von Voß "Jüdische Romantik und Wahrheit"
Date
1889-01-01
Page
Seite 289 (sequence 2)
Language
German
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Miseellen. 289 einer ähnlichen höchst anmutigen Erzählung, die sich bei diesem geistreichen und mutigen Verfechter jüdischer Interessen findet. Ich will nicht geradezu behaupten, daß Börne aus dieser Skizze von Julius von Voß geschöpft hat, aber die Aehnlichkeit der Motive bei so verschiedenen Schriftstellern ist überaus charakteristisch. In einer andern Skizze (in dramatischer Form) „Jüdische Scene gespielt im Saale bei Kämpfer" findet sich eine Polemik gegen die Romantiker, ganz in dem Tone und in der Art von Kotzebues Satiren gegen Schlegel. Um so merkwürdiger ist daher die in dem oben angeführten Titel angedeutete Gegnerschaft gegen Kotzebue. Auch hier spricht ebenso wie bei dem Vorbilde der Gelehrte (Professor Schwulst) in unklaren, hochklingenden, unverständlichen Phrasen. Er ist wie die Romantiker ein erbitterter Gegner Schillers, serner wie dieselben ein Verehrer der südländischen Völker und deren Literaturen. Die übrigen UnLerredner außer diesem Romantiker sind ein Herr und ein Fräulein aus der jüdischen Gesellschaft, von denen namentlich das letztere durch besondern Theaterenthusiasmus sich auszeichnet. Die folgende Stelle aus diesem Gespräch ist auch allgemein interessant: Herr Gimpertz: Sagen Sie, haben Sie ihn gesehen, den Göthe, was macht er, was schreibt er? Mamsell Sprizcher: Haben Sie sehen geben sein neues Stück, seinen Götz von Berlichingen? Gimp.: Sie sollen doch spielen mit Masken in Weimar, sagen Sie, ist es wahr? spielt der Göthe mit? Epr.: Gott! was reden Sie; verzeihen Sie, haben Sie gesehen aufführen seinen Götz zu Weimar, er soll doch spielen bis Mitternacht, göttlich! Sie zeigt, daß die Scene, wenn sie auch erst 1817 gedruckt ist, doch 1803 oder 1804 geschrieben sein muß; denn auf dieses Jahr deuten die Worte über „Götz", welche sich auf die Theaterbearbeitung des genannten Stückes beziehen; in diese Jahre gehört auch der Versuch Goethes, Maskenaufführungen auf dem Weimarer Theater zu veranstalten. 8. G.

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