Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1889
- Issue
- Heft 2
- Article
- Moses Mendelssohn und Luise Ulrike von Schweden
- Date
- 1889-01-01
- Page
- Seite 283 (sequence 1)
- Language
- German
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Miscellen. 283 9. Moses Mendelssohn und Luise Ulrike von Schweden. Bon Fritz Arnheim. Am 3. Dezember 1771 hielt die Schwester Friedrichs des Großen, die Königin-Witwe Luise Ulrike von Schweden, ihren Einzug in die preußische Hauptstadt, die sie seit mehr als 27 Jahren nicht gesehen, die sie als Braut des schwedischen Thronfolgers Adolf Friedrich verlassen. Weniger im Rahmen der Politik denn als eifrige Förderin von Kunst und Wissenschast war sie die ebenbürtige Schwester ihres großen Bruders, und die 1753 von ihr gegründete, noch heutzutage blühende „VltterketÄ-oek ^vticMtets ^.Kaäemie" wie vor allem der Kreis von hervorragenden Künstlern und Gelehrten, denen sie an ihrem Hofe eine Freistatt gewährte, machten ihren Namen zu einem weit über die Grenzen Schwedens hinaus wohlgekannten und hochgeachteten. Unter solchen Umständen erscheint es wohl begreiflich, wenn sie unmittelbar nach ihrer Ankunft in Berlin mit den hervorragendsten dortigen Vertretern der wissenschaftlichen Welt in einen nähern Verkehr trat; und gerade an dieser Stelle ist vielleicht die Bemerkung nicht ohne Interesse, daß sie in ihren Berliner Originalbriefen (die sich auf der Universitätsbibliothek zu Upsala finden und bisher noch nicht veröffentlicht worden) öfters des Philosophen Moses Mendelssohn Erwähnung thut, ein vollgiltiger Beweis für die hohe Achtung und das Ansehn, welches dieser damals auch außerhalb der Grenzen Deutschlands genoß. In einem Schreiben an ihren Sohn, den regierenden schwedischen König Gustaf III. (vom 4. Januar 1772) berichtet sie: „^'ai 5ait eonnai^anee avee 1e8 savants Hue H'aämet3 souvevt a ma tadle. Nerian, AualtLeri et Laek sont eeux a yui He äoime 1a xreferenee. ^'ai eu une eonver8ati(m avee 1e iameux HM äe xres äe 3 Keur63 et He vou3 assure yue 1e temxs ne m'a xas xaru lonA im woraeiit". tAustavianLka läpperen. Vol. 7 Huarto. IIpLala.Z Wer dieser „tameux Huit" gewesen, darüber kann ein Zweifel nicht obwalten. Denn in einem undatierten, wahrscheinlich aber ebenfalls am 4. Januar abgefaßten Briefe an ihren Vorleser, den Schweizer Behlon, sagt sie ausdrücklich: „Ues eonvaissanees ns se sont xoiut kornees aux eliretien8. I^e iameux Huik Nenedelsov (sie!) a ete ode2 mol et uous avous et6 Zeuls xenäant äeux Keure8 et äewle. ^le von8 avoue <iu'e11e3 ne m'ont xaru ä'une mlnute. (Z'e3t un komme rare, o^ul a nne nettete a s'exxrimer o^ui ne 3e trouve Auere xarmi 1e3 metaxkvNeiens". ^U8tavianska?axxerei». Vol. 51. Huarto. IIx8a1a^. Vielleicht bezieht sich auf dieselbe Unterredung eine Aeußerung, welche der oben angeführten zu ähnlich ist, um auf eine neue Zusammenkunft bezogen zu werden, in einem andern ihrer Schreiben an Gustaf III. (Februar 1772): D^e iQ'amu8e et m'in8truit8 avee 1e3 8avaut8 üovt 1e vomore e8t eon3i6e- Zeitschr. f. d. Gesch. d. Juden i. Deutscht. III. 19