Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1889
- Issue
- Heft 2
- Article
- Zur Geschichte der Juden in Franken
- Date
- 1889-01-01
- Page
- Seite 275 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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Miscellen. 275 8. Zur Geschichte der Juden in Franken. (1772—1775.) Von Leopold Löwenstein. Die Geschichte der Juden in Franken hat schon längst einen Bearbeiter gefunden, der das vorhandene Material in ausgiebiger Weise benützt. Es ist dieses vr. Himmelstein, der in seiner Arbeit „die Juden in Franken" (im Archiv des historischen Vereins von Unterfranken und Aschaffenburg Bd. 12, Heft 2 u. 3, Seite 125 — 188) alles Wesentliche zusammen getragen und für seinen Zweck verwerthet hat. Zur Ergänzung verweise ich noch auf Heffner „die Juden in Franken" (Nürnberg 1855) und von demselben Verfasser „Herr Domprediger vr. Himmelstein und die Juden in Franken" (Nürnberg 1855). Auch in der Grätz'schen Monatsschrift Bd. 29 S. 193 ff. werden schätzenswerte Beiträge zur Geschichte der Juden in Ostfranken geliefert. Es liegt in der Natur der ^ache, daß mit diesen Arbeiten der Gegenstand noch nicht erschöpfend behandelt ist und daß auch für dieses Gebiet noch manche Bausteine zu sammeln sind, ehe der Bau vollendet ist. Einen solchen Baustein zu liefern, ist der Zweck vorliegender Mittheilung. Zum bessern Verständniß des Nachfolgenden schicke ich eine Notiz voraus, welche ich archivalischen Urkunden des historischen Vereins von Unterfranken und Aschaffenburg entnommen habe. Im Anfange des laufenden Jahrhunderts hat die Würzburgische Regierung über Neuorganisation des jüdischen Gemeindewesens Unterhandlungen gepflogen. Ein von dem Referenten Halbritter ausgearbeitetes, wegen Objektivität der Beurtheilung besonders rühmenswerthes ausführliches Memorandum äußert sich über die bisherige Organisation in folgender Weise: „Die Judenschaft im Großherzogthum Würzburg bildet mit Ausschluß der vormals ritterschaftlichen Juden eine eigene Korporation, welche einen Oberrabbiner, gewisse Landvorgänger, einen Kassier und einen eigenen Judenboten hat. Gegenwärtig ist im Großherzogthum noch ein Oberrabbiner (in Heidingsfeld) und drei Unterrabbiner (in Heidingsfeld, Burgpreppach und Mainbernheim; letzterer ist erst durch den Staatsvertrag mit Baiern an das Großherzogthum übergegangen). Die vormals ritterschaftlichen Juden Heilten sich in die Unterländer und in die Oberländer oder Grabfelder Juden. Die Unterländer bildeten gleich den Altwürzburgischen eine eigene Korporation und haben mit diesen einen gemeinschaftlichen Oberrabbiner, nämlich in Heidingsfeld. Die Oberländer oder Grabfelder bildeten gleichfalls einen eigenen Verein, der in 5 Distrikte eingetheilt war und hatten ihren eigenen Rabbiner (in Burgpreppach). Alle diese sind jetzt großherzogliche Unterthanen." Zwischen den genannten beiden Korporationen, der Würzburgischen und der ritterschaftlichen Judenschaft, scheinen öftere MißHelligkeiten bestanden zu haben. Das nachfolgende Schriftstück enthält einen unter denselben an-