Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1889
- Issue
- Heft 2
- Article
- Hebräische Drucke in Deutschland
- Date
- 1889-01-01
- Page
- Seite 272 (sequence 11)
- Language
- German
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272 Miscellen. gehängt zu haben (7^2.1 Katalog Michael S. 376 unten). In wie weit solche auch für Private copirt worden, ist mir unbekannt. Von gedruckten Kalendern für einzelne Jahre hat sich begreiflicher Weise wenig erhalten; eine fortgesetzte Ausgabe unter irgend einer Autorität scheint vor dem XVIII. Jahrh. nirgends existirt zu haben, höchst wahrscheinlich ist der Anfang dazu in Berlin 1738 gemacht worden, u. zw. in Folge eines Beschlusses der „Societät der Wissenschaften" (aus welcher die Akademie wurde), welcher auf Titelrücken abgedruckt und von Dienstag 12. Sivan 497 (1737) datirt ist; seit 1786 (1785?) weist eine „Nachricht" am Ende des Kalenders auf das erneuerte und verschärfte Edict vom 7. März 1784 hin, wonach nur von ihr approbirte Kalender gedruckt werden dürfen. Die k. Bibliothek besitzt seit Kurzem den Berliner Kalender von 1739—1828 mit Lücken (1758, 1766, 1768, 1776, 1778-85, 1787, 1789—90, 1796—99, 1808, 1813, 1819, 1822), ist aber nicht die einzige Sammlung dieser Art; das Brit. Mus. besitzt aus Michael s Bibliothek 1741—1840 mit Ausnahme von 1744, 1747—50, 1762, 1781, 1793. Ich werde mich in der nachfolgenden Notiz auf wenige Punkte beschränken, aber diese auf die ganze Zeit ausdehnen. Der deutsche Titel ist: „Judencalender. Aus das Jahr 1739", u. s. w., seit 1786 „Calender für die jüdische Gemeinde". — Herausgegeben unter Approbation der . . . Societät der Wissenschaften — dafür seit 1774 Academie, seit 1814 kgl.-Pr. (so) Kalender-Deputation. 1773 hat zuletzt den Bären, das Wappen Berlin's, seit 1774 darüber ein Pferd. Wenn die Akademie die astronomischen Bestimmungen verbürgte, so bedurften die Ritualien einer Begutachtung einer jüdischen Autorität; Approbationen von Büchern waren damals überhaupt Mode geworden, und hier handelte es sich auch um ein, gewiß einträgliches Privilegium. In der That finden sich Approbationen der Berliner oder Frankfurter Rabbiner, welche entweder erneut oder mit altem Datum einfach abgedruckt werden; in späterer Zeit bemerken dieselben ausdrücklich, daß sie den Kalender (vorher, nach dem Datum zu schließen) durchgesehen haben; ich gebe hier die von mir notirten Namen mit dem 1. in meiner lückenhaften Quelle vorhandenen Jahre des Kalenders: David b. Naftali (Fränkel) datirt 10. Jjjar 504 zu 1745, zuletzt 15. Adar 1762 zu 1763, das Datum blieb stehen zur Approb. des Joel b. Jekutiel Glogau, Dajjan 1763, abgedr. 1764; Ahron b. Moses, vom Stamme Zebi-) 1765—73, er verließ Berlin schon 1671 (s. über ihn, Landshuth S. 60). Zebi Hirsch (bekannt als Hirschel Levin, oder Hirschel Löbel) 1774 (gest. 1800, s. Landsh. S. 199), Naftali Hirsch d. h. Katzenellenbogen, Rabb. in Franks.a.O^ Meir b. Simcha Weil zu 1805, datirt 25. Jjjar 564, Jehuda Margaliot in Franks, a. O. 1806, dann wieder Simcha Weil (s. unten), abgedruckt 2) Der Kalender ist natürlich noch im Sommer des vorhergehenden christl. Jahres gedruckt; ich gebe aber das laufende Jahr, um Confusion zu vermeiden. y Hier ist ein Mann, Namens Zebi (Hirsch) gemeint; Landshuth S. 123 übersieht, daß auch als Abbreviatur von Habakuk 2, 4 vorkommt.