Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1889
- Issue
- Heft 2
- Article
- Ein Spottlied auf die Juden um die Wende des 17. und 18. Jahrhunderts
- Date
- 1889-01-01
- Page
- Seite 257 (sequence 2)
- Language
- German
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Miscellen. 257 7. Der Zud der frist kein Schweinen Speck, Scholum legum, So soll er fressen den Saudreck, Weit von Tempel Mosi u. s. w. 8. Die Sau die hat ein garst'gen Arsch, Scholum legum, Das ist den Juden sein Trinkglas, Weit von Tempel Most u. s. w. 9. Die Sau die hat ein langen Schwanz, Scholum legum, Das ist der Zuden ihr Hochzeitkranz, Weit von Tempel Most u. s. w. Z0. Die Sau die hat zerspaltene Klauen, Scholum legum, Ein Christ soll keinen Juden trauen, Weit von Tempel Most u. s. w. ^) Seiner Entstehung nach wird das höchst schmutzige und widerwärtige Lied etwa in die letzten Jahrzehnte des siebzehnten oder in die ersten Jahre des achtzehnten Jahrhunderts zu versetzen sein; wenigstens weisen alle äußeren Anzeichen auf diese Zeit hin. Die Einkleidung ist ganz ähnlich, wie bei andern Gesellschaftsliedern, die nachweislich dieser Zeit zuzuzählen sind, und die Form, namentlich die Art des Refrains beweisen das Gleiche. Inhaltlich bedarf das Lied kaum einer Erklärung; seine Tendenz findet in der letzten Strophe den deutlichsten Ausdruck. Georg Ellmger. l) In der Interpunktion mich sklavisch an das fliegende Blatt zu halten, schien bei dem flüchtigen Druck desselben ganz ungerechrsertigt; es sind daher nothwendige Aenderungen vorgenommen worden; die Orthographie ist im Wesentlichen beibehalten worden. Scholum legum ist doch wohl corrumpirt für Lenalom alsekem.