Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1889
- Issue
- Heft 2
- Article
- Das Doktordiplom des Frankfurter Judenarztes Isaak Hellen (1650)
- Date
- 1889-01-01
- Page
- Seite 252 (sequence 1)
- Language
- German
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252 Miscellen. 4. Das Doktordiplom des Frankfurter ÄudenarMs Isaak Hellen (1650). Von Moritz Stern. Der bereits oben S. 145 erwähnte Isaak Hellen, zu Frankfurt a. M. 1627 geboren'), genoß jedenfalls, wie sein Verwandter Salomo, den Unterricht seines Vaters Abraham. Dann ging er auf die Universität zu Padua, wo er die langwierige Studienlaufbahn der Philosophie und Medizin zurücklegend mehrere Jahre studierte. Von seinen Lehrern, die ihn hoch schätzten, aufs beste empfohlen, bestand er am 9. Juli 1650 das Rigorosum mit Auszeichnung. Die Fakultät kann nicht genug die herrliche Beanlagung des Jünglings und die von ihm bewiesenen Kenntnisse rühmen. Die von seinen Lehrern gehegten Erwartungen waren weit übertroffen worden. Einstimmig ward ihm das Prädikat summa cum lauäe zuerkannt. Noch in demselben Jahre begab sich vr. Isaak Hellen nach seiner Vaterstadt Frankfurt zurück, bat den Rat um Erlaubnis, in der Judengasse prakticieren zu dürfen, und erhielt dieselbe (vgl. oben S. 145). Sein Doktordiplom ist unter den an Judenärzte ausgeteilten Diplomen des 17. Jahrhunderts bisher das einzige Original, von dem uns Kunde wird. In Abschriften sind zwar noch sowohl das Diplom unseres Isaak wie das des vr. Abraham Wallich, ebenfalls 1650 von der Universität zu Padua ausgestellt, im Frankfurter Stadtarchive vorhanden. Doch geht uns bei einer Copie die Kenntnis des Aeußeren des Originals ab. Und grade diese äußere Ausstattung ist im vorliegenden Falle ebenso interessant, wie der Inhalt des Dokuments. Unser Original wird im Archive des germanischen Nationalmuseums zu Nürnberg als Nr. 5097 ausbewahrt. Es ist ein Quartheft, bestehend aus 8 Pergamentblättern von je 15—16 em Breite und 23 em Höhe. Bl. 1 ist leer. Bl. 1' enthält das leider sehr beschädigte Porträt des Isaak Hellen in Wassermalerei. Die Umschrift des ovalen Rahmens des Bildnisses lautet: „IsAaeusKellenwZ ^ncleus ^raneoLurtensis xkilosopk^ia^: et meäpeina^ äoetjor) astat^ suas XXIII annjos^ Das Oval befindet sich in einem rechteckigen Felde, dessen übriger Raum durch stilisiertes Blumen- und Nankenwerk, buntkolorierte Federzeichnungen ausgefüllt ist. Bl. 2 zeigt uns in einer rechteckigen Umrahmung von Blumen- und Rankenwerk, das in gleicher Weise wie auf Bl. 1' ausgeführt ist, ein Wappen, wahrscheinlich das des Isaak Hellen: im Schilde links einen Hirschen auf grüner Flur, nach rechts blickend, vor welchem ein nach links blickender Hahn steht. Der Hahn ist dann noch einmal als Helmschmuck wiederholt. Auf Bl. 2'—6' ist der Text des Diploms geschrieben, von der gleichen rechteckigen Umrahmung wie früher umgeben, nur daß das Blumen- und Rankenwerk etwas roh ausgeführt ist. Bl. 7 mit den Unterschriften hat wieder einen einfachern Rahmen: zwischen je zwei roten Er war 1650 zur Zeit seiner Promotion 23 Jahre alt.