Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1889
- Issue
- Heft 1
- Article
- In dem Schriftenkampf für und wider die Juden 1803
- Date
- 1889-01-01
- Page
- Seite 95 (sequence 2)
- Language
- German
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Miellen. 95 Unter diesem Aufsatz steht ein Impr., daneben eine Unterschrift, die man etwa „Eysenberg" (a. a. O. II, 312) lesen könnte, daneben ein etwas verwischter Stempel einer Behörde, also die Erlaubnißerklärung seitens der Censur, den Aufsatz zu drucken. Derselbe passirte aber noch eine höhere Instanz, die das Blatt mit dem berühmten rothen Censurstrich versah. Der geh. Staatsrath Renfner schrieb nach dieser Zeichensprache, die schon deutlich genug war, noch folgende deutlicheren Worte: „Es ist ja schon deutlich von mir sx otLeio jede Anzeige von Büchern für und wider die Juden untersagt worden 23. Sept." L. G. Suchlwbenspielerei auf das Jahr 1813. In einem mir handschriftlich vorliegenden Briefe des bekannten Schulmannes Fr. Chr. Matthiae (fehlt in der Allg. d. Biogr.) an den Legationsrath Hennicke in Gotha, Franks, a. M. 16. Juni 1814, findet sich folgende Stelle, die als Curiosum mitgetheilt zu werden verdient: „Keine andere als die hier nebenangegebene würde ich wählen, wenn ich bei der Friedensfeier mit Transparenten zu illuminiren gesonnen. Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht N) Das begreift ein Jeder. Sehr sonderbar ist es, daß die hebräischen Worte (wie ich zufälligerweise fand) zugleich sehr genau die Jahreszahl geben. Es finden sich darin netto 4 ^. 1 4, 3 Ä 5 ^- 15, 4 6 24, 6 10 60, 1 v 5 30 30, 2 O 5. 40 — 80, 3 n 5 200 600, zusammen 813. (Es würde mir lieb sein, zu dem nebenstehenden Inserat einige weise Anmerkungen von Ihnen zu lesen.) Das ist besser als jedes vkronostiekon oder Akrostichon und ich bilde mir auf die Jnvention allerdings etwas ein." Der ganze Brief ist ein recht merkwürdiger Belag für die Stimmung in Deutschland im I. 1814 und wenn auch von Juden in demselben keine Rede ist, so mag, da der Brief einmal erwähnt ist, eine größere Stelle aus demselben hier ihren Platz finden: „Das beste Denkmal der Schlacht bei Leipzig wird eine bessere Ordnung der Dinge in Deutschland sein. Die Vorsehung hat die Menschen im vorigen October gleichsam mit der Nase darauf gestoßen, zu einer solchen endlich einmal ernstlich zu schreiten. Napoleon war wie der Pharao von Aegypten verstockt, sonst hätte er Alles was erfolgt ist vereiteln können. Das Volk und ein lange nicht gesehener Gemeingeist hat im Grunde alles Bisherige zu Stande gebracht, versteht sich geleitet von den Potentaten oder ihren Ministern. Aber man wird schwerlich allen Vortheil daraus ziehen mögen, und es wird gewiß Politikaster genug geben, welche ihren Herren ins Ohr raunen: Nehmt Euch ums Himmels Willen vor dem Volke in Acht, daß es nicht seine Stärke fühle und sucht ihm den Kappzaum recht bald wieder überzuwerfen. Wozu Euch die Vorspiegelung, fernere Anstrengung sei durchaus n'öthig, die schönsten Vorwände giebt. Eure stehenden Heere müßt Ihr bei Leibe nicht abschaffen oder vermindern u. s. w." l) Die hebräischen Worte lauten: -ssn -,155 ^> 2^1^55 "iO^I