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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1889-01-01 · Heft 1 · p. Seite 93

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1889
Issue
Heft 1
Article
Ein deutsches Kinderlied aus hebräischer Quelle
Date
1889-01-01
Page
Seite 93 (sequence 1)
Language
German
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Miscellen. 93 Ein deutsches Kinderlied aus hebräischer Ouelle. Im Anschluß an die Rosenbergsche Abhandlung wird folgende Mittheilung nicht uninteressant sein. In der Zeitschrift des Aachener Geschichtsvereins Bd. IX, S. 188 fg., in einem Aufsatze M. Schollens: Aachener Volks- und Kinderlieder, wird ein Lied abgedruckt mit folgendem Anfange: Lieber Freund, ich frage dich! Lieber Freund, was fragst du mich? Ich frage dich das Erste! Ein Herr ist Gott allem, der da lebt und der da schwebt im Himmel und auf Erden! Das Lied ist specifisch christlich, denn nach den zwei Dingen: Tafeln Mosis und den drei Patriarchen werden die vier Evangelisten, die fünf Wunden Christi, die sechs Becher Wein auf der Hochzeit zu Cana u. f. w. aufgeführt. Dieses Aachener Lied, das in ähnlicher Fassung in der Schweiz vorkommt, ist, wie Schollen ausführt, und wie manchen jüdischen Lesern ohne Weiteres bekannt ist, aus der Peßach - haggadah entnommen. Die neudeutsche Fassung ist in mehreren Volksliedersammlungen gedruckt; auch bei den Wenden und Neugriechen findet sich ein ähnliches Lied. Nach Zunz, Gottesdienst!. Vorträge, sollen nun diese und ähnliche Lieder den erzählenden Stücken der Peßach-Haggadah erst im 15. Jahrh. hinzugefügt worden sein. Sie müssen nun fast unmittelbar, nachdem sie bei den Juden bekannter geworden, zu den Christen übergegangen sein, denn in der Züricher Fassung (vielleicht der ältesten deutschen?) hat es eine durchaus katholische Färbung und in dieser ist es unbeanstandet (z. B. acht Seligkeiten, neun Engelschöre, elftausend Märtyrer) in die Zeit der Reformation herübergerettet worden, während sonst viele specifisch katholische Lieder sich eine Umarbeitung ins Protestantische gefallen lassen mußten. L. G. Gin Chanucka-Schriftchen. In einem Sammelbändchen theologischer Schriften aus dem 17. und 18. Jahrhundert, das in meinem Besitze ist, findet sich auch ein 16 Seiten starkes Heft u. d. T. „Eine Kurtze Beschreibung des Jüdischen Weihnachts-Fefts, Welches den 25. Monaths Casleu (fällt nach unserm Calender im Decemb.) von den Maccabäern geordnet worden, fest und steiff zu ewigen Zeiten zu halten. Heraus gegeben von P. W. Hirsch, R. Cono. Gedruckt zu Berlin 1725." Die Beschreibung des Festes und der dabei üblichen Gebräuche ist kurz, aber genügend, sachlich, ohne polemische Bemerkungen gegen des Autors ehemalige Genossen. Gelegentlich erinnert der Autor daran, daß er schon seit 33 Jahren Christ sei (S. 13). An einer andern Stelle (S. 7) erwähnt er ein Gericht, das

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