Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1889
- Issue
- Heft 1
- Article
- Jüdische Siegel
- Date
- 1889-01-01
- Page
- Seite 64 (sequence 1)
- Language
- German
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64 Miscellen. Wiscetten. Jüdische Siegel. Von A. Sulzbach. Schudt erzählt in seinen „Jüd. Denkwürdigkeiten" II, 172 s. von der Petschierkunst der Juden; er habe auf der Messe Juden gesehen, die in dieser Kunst geübt seien und beschreibt ein derartiges Petschaft, daß Jeder in demselben des „^oäiaei oder Thier-Kreyses, so in dem Monath, da er gebohren gewesen," habe. Da derartige Petschafte wohl wenig bekannt sind, so dürste die Beschreibung eines solchen, das sich in meinem Besitze befindet, wohl von allgemeinem Interesse sein. Dasselbe ist aus Silber und hat als Griff einen Fisch, dessen Schwanz nach oben gekrümmt ist. Das ovale Siegel enthält im Halbkreise den Namen iL' 12 ^N). Dieser Halbkreis umrahmt eine Wage, das Sternbild des Monats Thischri, unterhalb deren ein Stern eingravirt ist. Wage und Stern sind zum größten Teil von einem Lorbeer-Halbkranz umschlossen, so daß das Ganze nach unten hin einen schönen symmetrischen Abschluß findet. Zur Erklärung einer Stelle im „tlarrenschiff". Seb. Brant sagt im „Narrenschiff", Cap. 4, V. 16—20'): das dut, all kleider sint vol felt; rock, mentel, hembder und brustduch, Pantoffel, stifel, Hosen, schuch, wildkappen, mentel, umblous dran; der jüdisch sit wil ganz usstan. Zarncke (Ausgabe des Narrenschiffs), S. 309 vermuthete, es seien die lang herabhängenden faltigen Röcke der Juden gemeint; Güdemann (a. a. O ) Neuerdmgs angeführt von Güdemann, Cultur und Erziehungs Wesen der Juden in Deutschland, S. 138 und 274; und D. Kaufmann in Revue 6es etuües juive8, torne XVII, Juli—Sept. 1888, S. 159 ff. Meine Bd. II, S. 373 in Ausficht gestellte Besprechung des Güdemannschen Werkes kann erst im nächsten Hefte dieser Zeitschrist erscheinen.