Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1888
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 213 (sequence 4)
- Language
- German
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Nachrichten. 213 und neubearbeiteter Auflage erschienen. Die Vermehrung besteht u. A. in der Hinzufügung mehrerer Illustrationen, unter denen ein Stich Mendelssohns und ein farbiges Bild seiner Gattin mit besonderer Anerkennung hervorzuheben sind; die Wiedergabe des Geburtszimmers dagegen d. h. eines kleinen Raumes mit gleichgiltigen, wenn auch vielleicht authentischen Geräthschasten erscheint mir höchst überflüssig, ein Auswuchs des Reliquiencultus, der mit wahrer Verehrung nichts zu thun hat. Die Neubearbeitung zeigt sich in fleißiger Benutzung des in den 25 seit dem Erscheinen der ersten Auflage verflossenen Jahren aufgefundenen Materials; doch ist nicht Alles z. B. in dieser Zeitschrist Veröffentlichte gehörig verwerthet worden (vgl. z. B. veraltete Citate S. 161 A. 5, Zeitschr. I, S. 334 A. 7). — Hennings Souvenir äe Lerlw werden noch immer als handschriftlich citirt, obwohl die angeführten Stücke längst von Wattenbach gedruckt sind (vgl. Zeitschr. I, S. III). Bei der Anführung von Goethes Werken (z. B. S. 186 A. 2 oder 472 A. 1, — letzteres Citat hat überhaupt keinen rechten Sinn) mußte gesagt werden, nach welcher Ausgabe citirt wird. Bei der Schilderung von Goethe und Mendelssohn hätte wol auf Zeitschr. I, S. 334—336 verwiesen werden können. Hätte der Verf. das dort Ausgeführte gelesen, so hätte er sich die irrige Bemerkung S. 517 A. 3 (Zeitschr. I, S. 336 A. 2) sparen können; zur Berichtigung von S. 533 A. 1 dient Zeitschr. II, S. 99. (Aus welche Autorität hin nennt Kahserling den Verfasser der dort citirten Schrift: Schmidt?) Aus Zeitschr. I, S. 335 A. 3 hätte K. den Besuch Goethes bei M. (1778) entnehmen können, ein Factum, das doch wol in einer Mendelssohn-Biographie der Anführung ebenso Werth gewesen wäre, wie manches Dutzend der von dem Vers, berichteten Thatsachen. — Das Urtheil über Fried - laender S. 427 fg. ist gewiß falsch. — Was aber schlimmer ist, als einzelne kleine Jrrthümer und absichtliche oder unabsichtliche Nichtberücksichtigung mancher leicht zu erlangenden Materialien, das ist die stark hervortretende Tendenz einer zu weit getriebenen Lobpreisung Mendelssohns und der Herabsetzung aller seiner Gegner. Zu der falschen Tendenz gesellt sich der unangemessene Ton. Der Verfasser spricht von Herder und anderen Heroen der deutschen Literatur in Ausdrücken, die sich, unserem Gefühle nach, einfach nicht schicken. — Am Schlüsse seines Buches stellt der Verf. — einer sehr üblen Mode folgend — Urtheile der Presse über die erste Auflage desselben zusammen. Die Absicht dieser Zusammenstellung bedingt die Hervorhebung des Lobes; aber die mitgetheilten Stellen sollten doch nicht willkürlich entstellt werden. So wird eine Beurtheilung meines Vaters abgedruckt, die bei K. beginnt: „Der Verf. befriedigt gerechte Ansprüche"; das hat aber mein Vater gar nicht gesagt, sondern: „in dieser Beziehung gerechte Ansprüche" und die gesperrt gedruckten Worten beziehen sich auf die vorangehende Ausführung, daß der Biograph sich für seinen Helden zu erwärmen habe. Sonst hatte mein Bater an dem Werke Mancherlei auszusetzen und es gereicht dem Werke nicht zur Zierde, daß diese Ausstellungen nicht beachtet worden sind. Wie wenig correct der Verf. bei der Benutzung fremden Eigenthums zu Werke geht, muß aber doch schließlich an einem Beispiel festgestellt werden. S. 3 A. 1 (der