Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1888
- Issue
- Heft 1
- Article
- Memorbücher
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 96 (sequence 9)
- Language
- German
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96 Leopold Löwenstein, Memorbücher. Pfennig beizusteuern hatte; er begann auch den Bau einer Mauer um den Friedhof, wie er überhaupt gegen Reich und Arm in der Nähe und in der Ferne sich höchst wohlthätig erwies; auch ließ er ein Bet hamidrasch zur Erhaltung von Thorabeflissenen errichten, die er noch aus eigenen Bütteln unterstützte. Im Jahre 5440 (1680) war eine Zeit der Not für die unter dem Fürsten v. Baireuth stehenden Juden. Dieser hatte nämlich die Absicht, dem Wunsche seiner Unterthanen entsprechend, sämtliche Juden aus seinem Lande zu vertreiben. Gott aber, der nicht schläft und nicht schlummert, dessen Barmherzigkeit uns bisher geholfen und dessen Gnade nicht von uns gewichen, sandte einen rettenden Engel, d. i. Aron Oppenheim') aus Frankfurt a. M., der berühmte, angesehene und vornehme SchLadlan, der in den Augen des Fürsten Gunst fand und die Zurücknahme jenes Beschlusses veranlaßte; möge ihm hierfür Gottes Lohn zu Teil werden, möge er und seine Nachkommen lange leben in Israel. Amen. Wir haben deshalb auf uns genommen, für den genannten Retter jeden Sabbat in allen Synagogen des Fürstentums den göttlichen Segen zu erflehen, indem wir sprechen: Der unsere Väter Abraham, Jizchak und Jakob gesegnet, segne den R. Aron, Sohn des R. Jsachar, dasür, daß er die Vertreibung der Juden aus unserer Gegend verhinderte, auch die Abschaffung des Armenzolls veranlaßte, wie auch für andere Fürsprachen und Wohlthaten, die er uns angedeihen ließ. Hiefür möge der l. Gott ihn schützen u. s. w. In diesem Memorbuch befinden sich auch 3 Gebete für den Landesfürsten. Im ersten wird Georg Karl Friedrich, Kurfürst von Brandenburg mit seinen Kindern und der Fürstin Sophie genannt; am Rand steht Georg Wilhelm und Sophie; das zweite ist verklebt; das dritte nennt den Fürsten Friedrich, Markgraf zu Brandenburg mit der Fürstin und deren Tochter. ') Oppenbeim war Vorsteher in Frankfurt a. M. und als solcher einst Sprecher einer Deputation vor König Joseph I; vgl. Horovitz a. a. O. II, 58.