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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1887-01-01 · Heft 4 · p. 392

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1887
Issue
Heft 4
Article
[Nachricht] / Egers, J.
Date
1887-01-01
Page
392 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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Wachrichten. Zu den ältesten und kostbarsten Schätzen der Nürnberger Stadtbibliothek gehört ein handschristliches Machsor (Sammlung von Gebeten für außergewöhnliche Tage im Jahre) von a. 1331. Sowohl der Schristcharaüer, als der Kunststil in den zahlreichen Miniaturen weisen aus seine deutsche Abstammung hin. Gleichwohl lassen sich, wie dies in einer sorgfältigen Monographie: „Das Machsor Nürnberg" (Berlin 1886. In Commission von Ad. Mampe) vom dortigen Rabbiner, vr. Bernh. Ziemlich, ausgeführt wird, über die Herkunft desselben nur Vermuthungen aufstellen. „Gegen seine Zugehörigkeit zur Gemeinde Nürnberg" spricht die Abweichung der darin enthaltenen Gebetordnung von der, nach alten Quellen, daselbst herkömmlichen. Einer anderweitig dort unbekannten Kußfeier, wie sie in diesem Machsor für den auf das Passahfest folgenden Tag angegeben ist, verdanken wir ein Gebet mit nachstehender Angabe aus der Zeit, des zweiten Kreuzzuzes: „Sie fielen Plötzlich über heilige Gemeinden^ < sechsten Passahtage 4907 a. oa. (— 24. April 1147) her, mit Feuer und Schwert bis zum folgenden Tage wüthend." — Allein unter den Gebeten für den Trauertag um die Zerstörung Jerusalems, an welchem sich überhaupt die Klagen über alles widerfahrene Leid ergossen, sind 6 bisher unbekannte, unter denen eines im Eingange die lebendige Schilderung eines Kreuzzuges enthält. Von Interesse wäre es, die Partien „Has^im," welche die Völker (6<>jim) im Gegensatze zu Israel charakterisiren und behandeln, da sie hier vollständig erhalten sind, kennen zu lernen. Dieselben sind sonst gewöhnlich gänzlich „radirt" (s. Steinschneiders Katalag der Hamburger Stadtbibliothek x. 57) oder, sei es ebenfalls durch die Censur oder aus Furcht vor derselben, ganz unleserlich gemacht, wie z. B. im Machsor der Breslauer Seminarbibliothek (Nr. 66) von a. 1299. Daselbst sind sie zwar später wieder nachgetragen worden, wer weiß aber, ob mit dem gleichen Wortlaute. I. Egers.

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