Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1887
- Issue
- Heft 4
- Article
- Briefe von Lazarus und Gabriel Rießer
- Date
- 1887-01-01
- Page
- 366 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Griefe von Lazarus und Gabriel Nießer. Mitgetheilt von H. Baerwald und M. Jsler. Vorbemerkung. 1. Die nachfolgenden Briefe, die mir von verschiedenen Seiten mitgetheilt wurden, sind zwar ihrem Inhalte nach verschieden, dürfen aber wol^ da sie alle jüdische Dinge behandeln und von zwei nächstverwandten Männern, Rießer, Vater und Sohn, herrühren oder an sie gerichtet sind, hier zusammengestellt werden. Über Gabriel Rießer hat M. Jsler in dem Werke: „Gabriel Rießers Leben nebst Mittheilungen aus seinen Briefen" W. a/M. und Leipzig 1867 erschöpfend gehandelt. Dort finden sich auch Notizen über Gabriels Vater und Briefe von Letzterem. Zur Charakteristik desselben wiederhole ich hier eine kurze Bemerkung meines Baters (Jüd. Zeitschr. f. Miss. u. Leben VII, 232 fg.) „Der Vater Gabriel Rießers, Lazarus R., ist den ältern Zeitgenossen als ein Mann bekannt, der seine reichen Geistesgaben und den berechtigten Einfluß, dessen er sich erfreute, in höchst verdienstlicher und nachhaltiger Weise für die Gemeinde semer Vaterstadt verwendete. Die hebräische Biographie, welche er seinem Schwiegervater, Raphael Cohen, gewidmet, beweist ebenso seine Pietät gegen eine Autorität einer vergangenen Zeit wie seine Gewandtheit im hebräischen Styl. Die Briefe von ihm an seinen Sohn Gabriel, welche neuerdings in der biographischen Einleitung zu des Letzteren Werken erscheinen, offenbaren ein reiches Gemüth, einen sinnigen, nach allen Seiten hin empfänglichen Geist. Aus dem Cataloge der Heimann Michael'schen Bibliothek erfuhr man schon, daß einiges Handschristliche von ihm sich darin befindet. In N. 13 ff. des „Hamagid" (1869) theilt uns Hr. Neubauer Einiges aus dem jetzt in Oxford befindlichen Codex mit, welcher Gedichte und sonstige Collektaneen des „Elieser Lazar Katzenellenbogen" enthält, unter Anderem eine kurze Elegie auf den Tod seines Schwiegervaters, ein Gedicht an Jakobson, als es ihm gelang, die Aufhebung des Leibzolles in Braunschweig zu bewirken (1803). Auch deutsche Anmerkungen über die Werke Abt's und Mendelssohn's befinden sich darin." Der Adressat des ersten Schreibens, das von H. Baerwald mitgetheilt wird (das Original ist im Besitz der Frau Pauline Rießer in Frankfurt a. M.), ist der oben S. 361 ff. behandelte Jakobsohn.