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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1887-01-01 · Heft 3 · p. Seite 291

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1887
Issue
Heft 3
Article
Bericht über die zweite Plenarversammlung der historischen Commission für Geschichte der Juden in Deutschland
Date
1887-01-01
Page
Seite 291 (sequence 3)
Language
German
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Nachrichten. 291 Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde zu Ostrowo hat der Historischen Kommission die Abschrift und Übersetzung der Gründungsurkunde dieser Gemeinde zu übersenden die Güte gehabt. Die polnische Gründungsurkunde ist von Johann Georg von Przebendowski, Grasen von Przebendow, polnischem Kron-Groß-Schatzmeister und Erbherrn der Stadt Ostrowo, am 26. Sept. 1724 ausgestellt worden. Das Privileg enthält eine Reihe interessanter Bestimmungen über die Rechtsverhältnisse der in der Stadt zugelassenen zwölf jüdischen Haushaltungen. Eingehende und interessante Mittheilungen über die Quellen zur Geschichte der Juden in Frankfurt a/M. finden sich in der Einleitung zur den „Stammtafeln der Familie Schwarzschild" von vr. L. Neustadt (Frankfurt a/M. 1886). Der Verfasser hat nicht nur das Actenmaterial des Stadtarchivs, insbesondere die im I. 1343 beginnende große Serie der Rechenbücher über den Stadthaushalt, sondern auch die in jüdischem Gemeinde- und Privatbesitz befindlichen Quellen, die Beschneidungs- und Hebammenbücher, die Epitaphien, welche bis 1272 zurückreichen, die Notariatsbücher, die 1645, und die Stättigkeitsregister, die 1618 beginnen, sodann die 1624 beginnenden Sterberegister und die im gleichen Jahre anhebenden Memorbücher, endlich das von 1808—1878 geführte deutsche Civilstandsregister der Gemeinde benutzt. Die sorgfältig gearbeiteten Stammtafeln selbst verfolgen die Geschichte einer der ältesten, seit der Mitte des 16. Jahrhunderts nachweisbaren Frankfurter Judensamilie durch alle ihre Verzweigungen. Umfangreiche Untersuchungen zur Geschichte der Juden in Frankfurt a/M. finden sich auch in dem ersten Bande des Werkes von K. Bücher, Die Bevölkerung von Frankfurt a/M. im 14. und 15. Jahrhundert (Tübingen 1886) S. 526 ff. Die Ausführungen des Verfassers beginnen mit einer sehr berechtigten Warnung vor den übertriebenen Zahlenangaben in den Berichten über mittelalterliche Judenverfolgungen. Seine eigenen, mit peinlicher Sorgfalt vorgenommenen Berechnungen ergeben, daß die Frankfurter Gemeinde vor der Judenschlacht von 1241 über 200 Köpfe gezählt, daß sie aber während des ganzen Mittelalters diese Zahl nicht wieder erreicht hat. Die nächste urkundliche Erwähnung der Juden fällt in das Jahr 1281; für das 14. Jahrhundert ergeben die Bürger- und später die Rechnungsbücher der Stadt Anhaltspunkte für die Berechnung der jüdischen Bevölkerungszahl. Die Durchschnittszahl der steuerzahlenden Haushaltungen ermittelt Bücher für die Zeit von 1360-1412 aus 16,7, 1413—1461 aus 9, 1463—1500 aus 15,7. Vollständige Personenverzeichnisse der Juden liegen vor aus den Jahren 1430/31, 1447, 1473; die Kopfzahl der jüdischen Bevölkerung belief sich in diesen Jahren beziehungsweise auf 102, 83, 146. Seit dem 16. Jahrhundert trat eine bedeutende Vermehrung der jüdischen Bevölkerung ein; es gab 1533: 43 Haushaltungen, 1613: 453 Haushaltungen, 1694: 415 Haushaltungen, 1703: 436

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