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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1887-01-01 · Heft 1 · p. 103

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1887
Issue
Heft 1
Article
Hebräische Drucke in Deutschland
Date
1887-01-01
Page
103 (sequence 1)
Language
German
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Hebräische Drucke in Deutschland. Von Moritz Steinschneider. 1 Die Thätigkeit der Presse kann von zwei Gesichtspunkten aus für die Geschichte verwerthet werden: einmal insofern die Buchdruckerkunst selbst in die Culturgeschichte gehört, anderseits insofern ihre Erzeugnisse Quellen für die Geschichte überhaupt darbieten. Letzteres ist in der hebräischen Literatur ganz besonders der Fall. Mehr als irgendwo sonst nehmen die am Druck betheiligten Personen, neben dem eigentlichen Verfasser, die Aufmerksamkeit des Käufers und Lesers in Anspruch. Drucker, Correctoren, Encomiasten (öfter mit den letzteren identisch), Druckgehilfen („Pressenzieher") und Setzer verewigen sich und ihre Familien, geben Kunde von ihrem Vaterlande, ihren Wanderungen, von denjenigen, die das heilige „Werk" durch Spenden und Subscription gefördert haben, von dem allgemeinen Geschmack der Zeit, Approbationen (Sa8kaui(>t)i), Vor- und Nachredner und Censoren erzählen Manches, nicht bloß vom Buch und seinem Verfasser, was dem Geschichtsforscher auf einem Gebiete willkommen ist, wo die eigentliche Geschichtsliteratur so sparsam vertreten ist. Endlich spiegelt sich auch in Art und Umfang der Ausübung der Preßbefugniß die Stellung der Juden im Lande, das Urtheil der Behörden und Gelehrten über die jüdischen Geistesproducte ab. Diese Bemerkungen sollen die nachfolgenden Analekten einführen, welche sich mit den hebräischen Drucken Deutschlands beschäftigen. -Z> 2 Die Wiege der hebräischen Typographie ist höchst wahrscheinlich Italien (jedenfalls seit 1475), auch Spanien und Portugal weisen Drucke des 15. Jahrh. auf; Constantinopler Drucke jener Zeit sind Ausgeburten falscher Datenberechnung. In Deutschland hat die Kunst, auf welche es stolz ist, fiw Hebräisch erst im I. 1512 in Prag ihre Wiege. Die nachfolgende Tabelle giebt die deutschen Städte an, in welchen bis gegen 17302) hebräische Bücher gedruckt wurden; die beigesetzte Jahreszahl bezeichnet den ältesten Druck: Dieser bedeutende Bestandteil hebräischer Bücher ist oft eine wichtige Quelle für die Rabbiner und Gelehrten selbst, welche sie ertheilten. I. Chr. Wolf (Biblioth. Hebr.) hat häufig darauf Rückficht genommen, ja einige Artikel seines Buches bestehen nur aus Angaben von Approbationen. M. Roest hat in seinem Catalog der Rosenthal'schen Bibliothek (Amsterdam 1875) die Approbatoren überall, aber keinen Index dazu gegeben. Im Titel-Index zu Fürst'S Bibl. Ind. HI, 580 find einige Haskamot aufgeführt, man weiß nicht warum. 2) Bis zu dieser Grenze reicht Wols's Bibl. Hebr. u. die Vollständigkeit meines iib»-. ^eb?.?'n SM. Soä?eiana (vgl. Col. 3095 ff.), wo das Register im Artikel „Jüdische Typogr". in Ersch u. Gruber ^Bd. 28 S. 92) vielfach berichtigt ist.

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