Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1937
- Issue
- Heft 4
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 256 (sequence 2)
- Language
- German
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Kurze Buchanzeigen der sittlichen Erziehung in den Vordergrund zu stellen. Die einzelnen Bestimmungen sind für die kulturgeschichtliche Erschließung der jüdischen Vergangenheit in mancher Hinsicht aufschlußreich. Von den Gemeindeverordnungen sei wenigstens diejenige, die die wichtige Frage des Geldhandels der Juden im Mittelalter betrifft, hier wiedergegeben: „Man darf nur dann Geld ausleihen, wenn man am Geschäft des Leihenden auf Gewinn und Verlust zur Hälfte beteiligt wird." — Eine quellenmäßige Bereicherung der Rechts- und Sittengeschichte stellt der von B. Suler aus dem Responsenwerk des R. Jißrael Bruna mitgeteilte Bescheid dar: der hochgeachtete Rabbi, der etwa von 1405—1480 lebte, setzt darin die Buße für einen Mörder fest; das Ereignis, das Sühne forderte, trug sich im 15. Jahrhundert in Löwenberg in Schlesien zu. — Zwei andere Beiträge berühren die Religions- und Glaubensgeschichte: Moritz Spitzer hat aus dem hebräischen Buche „Rokeach" des R. Elasar ben Jehuda, um 1160 in Mainz geboren und 1238 in Worms gestorben, einen bezeichnenden Abschnitt „Die Wurzel der Gottesliebe" ins Deutsche übersetzt, während G. Scholem der sektiererischen Bewegung der „Chaßide Aschkenas", der „Frommen Deutschlands", eine Skizze gewidmet hat. — Ins Gebiet der allgemeinen jüdischen Geschichte weist eine aus einem 1919 gehaltenen Vortrag erstmals abgedruckte Betrachtung Franz Rosenzweigs über die „Epochen der jüdischen Geschichte", die ebenso geistreich wie in der metaphysischen Ausdeutung der geschichtlichen Wirklichkeit anfechtbar ist. — Im übrigen wird der Historiker es bedauern, daß die sehr brauchbaren statistischen i abellen des vorjährigen Almanachs im diesjährigen fehlen. Berlin. Fritz Friedlaender. La Rassegna Mensile di Israel. Vol. XI, Vol. XII, Nr. 1—2. Mailand Rom 1936/37. Der vorliegende 11. Jahrgang und die beiden ersten Hefte des 12. Jahrganges dieser in Rom erscheinenden jüdischen Monatsschrift, die unter der verantwortlichen Leitung von Guido Bedarida steht, und zu deren Herausgebern die hervorragendsten jüdischen Gelehrten Italiens gehören, bringen neben den für die Wissenschaft des Judentums im allgemeinen interessanten Beiträgen auch einiges, was auf die Geschichte der Juden in Deutschland Bezug nimmt, so u. a. einen Aufsatz über „Heine e Febraismo" aus der Feder von G. L. Luzzatto (Vol. XII, Nr. 1—2). Die jedem einzelnen Hefte angefügte Übersicht der Neuerscheinungen im Bereiche der jüdischen Wissenschaft und Literatur führt auch die in Deutschland erscheinenden Bücher fast lückenlos an. Berlin. Ernst Fraenkel. Kurze Buchanzeigen Die Schriftleimng ist nach Kräften bemüht, von allen Werken Besprechungen oder kurze Inhaltsangaben zu bringen. Die folgende Übersicht über Neuerscheinungen beschränkt sich nicht allein auf solche Werke, die zur Besprechung eingegangen sind. Zu Martin Bubers 60. Geburtstag. 8. Februar 1938. Ein Rundbrief an die jüdischen Lehrer. Reichsvertretung der Juden in Deutschland, Schulabteilung. Berlin 1938. 23 S. Gemeinschaftsarbeit der jüdischen Jugend. Aus der Arbeit des Reichsausschusses der jüdischen Jugendverbände 1933—1936. Verlag Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland. Berlin-Charlottenburg 1937. 157 S. Zur Eröffnung der Ludwig Tietz-Lehrwerkstätte in Jagur 1937, herausgegeben von der Reichsvertretung der Juden in Deutschland, Verlag Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland, Berlin-Charlottenburg 1937. 46 S. 256