Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1937
- Issue
- Heft 4
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 254 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2259275-2259308-2259312-2262946--5113-2263035- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Literatur gen und endlich der Katastrophe des russischen Judentums. Die Memoiren sind für die Beurteilung der menschlichen Persönlichkeit des jüdischen Universalhistorikers ebenso unentbehrlich, wie anderseits für die Geschichte der jüdischen Historiographie maßgeblich, weil sie die Zeitumstände und die seelischen Voraussetzungen genau bezeichnen, unter denen seine großen Arbeiten, insbesondere die „Geschichte des Chassidismus" und die „Weltgeschichte des jüdischen Volkes", entstanden sind. Berlin. Fritz Friedlaender. Zeittafeln der jüdischen Geschichte und Literatur. Zum Schulgebrauch mit Daten der allgemeinen Geschichte bearbeitet von Dr. Moritz Stern. Dritte vermehrte Auflage. Berlin 1934, Verlag Hausfreund. Nach den ausgezeichneten „Vergleichenden Zeittafeln zur deutschen Geschichte" von Peters und Wetzel hat neuerdings Julius Höxter entsprechende synoptische Tabellen zur jüdischen Geschichte und Literatur veröffentlicht, die infolge der Möglichkeit vergleichender Übersicht von Rubrik zu Rubrik sehr nützlich sind. Der Mitherausgeber dieser Zeitschrift hat in seiner an Umfang wesentlich beschränkteren Arbeit (nur 24 Seiten) auf die Anlage von vergleichenden Zeittafeln verzichtet, dafür aber wichtige Daten der allgemeinen Geschichte in den fortlaufenden Text seiner Tabelle interpoliert. Auf diese Weise wird der Zusammenhang bzw. die Gleichzeitigkeit zwischen den Vorgängen der allgemeinen und der jüdischen Geschichte ebenfalls ersichtlich. Das Heft ist als ein ergänzendes Hilfsmittel für den geschichtlichen Unterricht, aber auch für das geschichtliche Studium, sehr brauchbar. Bei einer Neuauflage sollten einige Druckfehler getilgt werden (Seite 4, 19, 23). Berlin. Fritz Friedlaender. Festschrift zum hundertzwanzigjährigen Bestehen des Israelitischen Tempels in Hamburg 1817 — 1937. Herausgegeben von Oberrabbiner Dr. Bruno Italiener. Hamburg 1937. 90S. Die Schrift, die der Vorstand des Hamburger Israelitischen Tempelverbandes seinen Mitgliedern und Freunden überreicht, setzt die Geschichte des Verbandes fort, wie sie in dem von dem verstorbenen Oberrabbiner Dr. D. Leimdörfer herausgegebenen Buch aus Auslaß des 100jährigen Bestehens des Tempels ihre Darstellung gefunden hat. In einer Reihe von Aufsätzen aus der Feder Cäsar Seligmanns, Paul R i e g e r s, Bruno Italieners und Leon K o r - n i t z e r s (der über „120 Jahre Kultmusik im Hamburger Tempel" schreibt) geben die Verfasser die Geschichte des Hamburger Tempels, seiner führenden Männer und Einrichtungen und somit einen wertvollen Beitrag zur Geistesgeschichte der Juden in Deutschland seit Beginn des 19. Jahrhunderts. „Der Tempel wurde 1S17 Anreger und Vorbild für große Teile der Judenheit im westlichen Kulturkreise. Er wurde zu einem Eckpfeiler für den Bau der jüdischen Gemeinschaft." Außer den historischen Abhandlungen enthält das Heft eine Anzahl von Predigten und Reden, die bei besonderen Anlässen gehalten wurden, und einige Festgebete, die im Gottesdienste des Hamburger Tempels üblich sind. Ganz besonders sei auf die Veröffentlichung einiger Briefe von Leopold Zunz an Immanuel Wohlwill aufmerksam gemacht. In der Einleitung zu diesen Briefen zeigt Italiener unter Berufung auf Max Wieners „Jüdische Religion im Zeitalter der Emanzipation", wie Zunz, „der zu den Vorkämpfern der Idee gehörte, die vor 120 Jahren zur Gründung des Tempels führte, dieser Idee — aller scheinbaren späteren Wandlung zum Trotz — bis zuletzt treugeblieben ist". Berlin. Ernst Fraenkel. 254