Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1937
- Issue
- Heft 2-3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 192 (sequence 2)
- Language
- German
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Literatur kunstgeschichtüches, sondern auch historisches Interesse besitzen. Man sieht und lernt aus gutem Bildmaterial, wie eng die Zusammenhänge sind und wie kenntnisreich der Verfasser die Fäden verknüpft, die von Palästina in das Abendland und vom Abendland in das Morgenland führen. In diesem Bemühen ziehen Menschen jüdischer Arbeit an uns vorüber, ganz gleich, ob sie nun im Münzbild, in der Medaille, im Kultgerät und auf den Siegeln, ob sie im Porträt, im kenntnisreichen Text des Verfassers oder in der Schenkungsurkunde an das Jüdische Museum zu begegnen. Berlin. Olga Bloch. 50 Jahre Hauptsynagoge München 1887—1937, herausgegeben im Auftrag der Israelitischen Kultusgemeinde München von Dr. Leo Baerwald und Dr. Ludwig Feuchtwange r. München 1937. Da diese gut aufgemachte Festgabe, an der außer den Herausgebern noch weitere Autoren beteiligt sind, ihren historischen Aspekt bis in die Anfänge der Ansiedlung von Juden in München erstreckt, hat sie ein Anrecht darauf, als geschichtliche Schrift registriert zu werden. Zu Beginn der Betrachtung über „Die Juden in München vom 12. bis 18. Jahrhundert" weist Leo Baerwald darauf hin, daß diese Blätter kein Geschichtswerk bieten sollen. Ohne auf viele Einzelheiten einzugehen, zeichnet er auf wenigen Seiten die prägnanten Züge einer mittelalterlichen Gemeindeentwicklung in Deutschland. Für die lokale Geschichte interessant sind die Mitteilungen „Aus der Frühzeit der Gemeinde", die ergänzt werden durch die als Materialien wichtigen „Bevölkerungsstatistischen und wirtschaftsgeschichtlichen Betrachtungen über die Juden in München". Feuchtwangers Beitrag über die „Neuere Geschichte" bringt den für die Münchener Gemeinde eigentümlichen Hauch zum Ausdruck, den die verhältnismäßig starke Schicht gebildeter Juden verbreitet. Die Kultusgestaltung, vor allem durch die Rabbiner Josef Perles und Cossmann Werner stark zu vermittelndem Liberalismus neigend, kann als Schlüssel zum Verständnis des Wesens einer Großgemeinde bezeichnet werden. Saarbrücken. Lothar Rothschild. Adolf Reifenberg, Denkmäler der Jüdischen Antike. Berlin 1937. Schocken-Verlag. Reifenberg zeigt, wie sich im Laufe von zwei Jahrtausenden der jüdische künstlerische Gestaltungswille in Bauten und keramischen Gebrauchsgegenständen, in Münzen, Reliefs und Plastiken ausgedrückt hat. Als Ergebnis seiner Untersuchungen, zu denen L. A. Mayer, Professor an der Universität Jerusalem, eine Einleitung geschrieben hat, kommt der Verfasser zu der Feststellung: „Auch in der bildenden Kunst hat das antike Judentum, solange es sich selber treu geblieben ist, Werke geschaffen, die von fruchtbarem Einfluß auch auf andere Kulturen und Völker gewesen sind." Die hervorragende drucktechnische Ausstattung des Buches, sein außerordentlich lehrreiches und schönes Bildmaterial dürfen berechtigten Anspruch auf besonderen Dank an den Verlag machen. Berlin. Ernst Fraenkel. Zu dem Aufsatz „Der BibePsche Orient und sein Verfasser" (ZGJDVII, l,S.14ff.) schreibt Professor Dr. Guido Kisch: „Am Schluß seiner sehr gründlichen Untersuchung über das Problem, wer der Verfasser dieser berühmten Schrift gewesen sei, beruft sich Hans Bach auf das Zeugnis meines seligen Vaters. Bei Alexander Kisch, Michael Bernays, Allgemeine Zeitung des Judentums 1897, S. 127, heißt es: ,Aber Bernays hat den ,Bibelschen Orient* wirklich verfaßt; der verstorbene Oberrabbiner von Kopenhagen, Dr. A. A. Wolff, hat mir dies während seines letzten Kuraufenthalts in Badenweiler . . . nachgewiesen/ Bach verlegt den Zeitpunkt des Kuraufenthalts in die neunziger Jahre. Dieser Zeitansatz kann nicht zutreffen. Denn Wolff ist bereits 1891 gestorben. Mein seliger Vater verbrachte, als er Rabbiner in Zürich war, während der Jahre 1877 bis 1881 den Sommer regelmäßig in Badenweiler. Die Unterredung kann also nur in einem der genannten Jahre stattgefunden haben. Diese Feststellung scheint mir für die positive Bewertung des angezogenen Beweises nicht ganz ohne Bedeutung zu sein." 192