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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1937-01-01 · Heft 2-3 · p. Seite 189

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1937
Issue
Heft 2-3
Article
[Rezension] / Fraenkel, Ernst
Date
1937-01-01
Page
Seite 189 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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Literatur Besprechungen Dr. Ph. Biberfeld, Einführung in die Jüdische Geschichte. Frankfurt a. M. 1937. Hermon-Verlag. Das Büchlein, aus Vorträgen hervorgegangen, die der Verfasser in der Thora- Lehranstalt Jeschiwo zu Frankfurt a. M. gehalten hat, wiLl „das Ringen um die Erlangung eines wahren Bildes von der jüdischen Geschichte in die richtigen Bahnen lenken". „Es gilt die Fehler zu vermeiden, welche die hinter uns liegende Zeit begangen hat, damit nicht Anschauungen und Vorstellungen übernommen werden, die an jene Zeit gebunden sind und zu einer Verfälschung des Bildes der jüdischen Geschichte geführt haben." Drei Probleme werden von Biberfeld behandelt: Grundfragen (d.h. Fragen der Methodik in der Erforschung jüdischer Geschichte), Zur Chronologie des Zeitalters der Patriarchen, und die religiösen Zustände im alten Israel. Bei Behandlung der letzten Frage kommt Biberfeld zu dem Schluß, es sei eine tendenziöse Auffassung, „als haben die Propheten erst dem Volke die Hochziele gebracht, zu denen sie es erziehen wollten". Die religiös-konservative Haltung Biberfelds ist die Voraussetzung für die Richtung, die er bei den künftigen Arbeiten zur Erforschung jüdischer Geschichte eingeschlagen sehen will. Sinn und Ziel jüdischer Geschichtswissenschaft ist es nach ihm, aus der jüdischen Geschichte „Lehren für die eigene Lebensführung und das eigene Lebensziel zu gewinnen". Die moderne kritische Wissenschaft, die die Quellen losgelöst von einem Pragmatismus betrachtet, „der alles geschichtliche Geschehen einordnet in die Beziehung von Jisroel zu G'tt", diese voraussetzungslose Wissenschaft lehnt Biberfeld ab. Ihm ist der unzulängliche Schatz menschlicher Erfahrungen „kein geeignetes Kriterium für die Beurteilung solcher Erscheinungen der jüdischen Geschichte, die mit menschlichen Erfahrungssätzen nicht im Einklang zu stehen scheinen". Gegenüber Biberfelds Gedankengängen und Forderungen, die Methoden neuzeitlicher kritischer Forschung nebst ihren erkenntnis-theoretischen Grundlagen darzulegen, davon muß der Rezensent im engen Rahmen dieser Buchankündigung Abstand nehmen. Berlin. Ernst Fraenkel. Salomon Katz, The Jews in the Visigothic and Frankish Kingdoms of Spain and Gaul. Cambridge (Mass.) 1937. Die Veröffentlichung der eingehenden Studien des Verfassers, der als „instructor in History University of Washington" tätig ist, wurde durch die Unterstützung der „Carnegie Corporation of New York" ermöglicht. Auf Grund umfangreicher Quellenforschungen gibt Katz ein Bild der geschichtlichen Entwicklung der Juden in Spanien und im fränkischen Reich von ihren ersten Ansiedlungen bis zum Untergange der westgotischen Herrschaft im Jahre 711 und bis zum Ende der karolingischen Periode in Frankreich. Von der Tatsache ausgehend, daß „keiner der jüdischen Historiker — Jost, Graetz und Dubnow — eine erschöpfende Schilderung der Geschichte der Juden in dieser Periode gegeben hat", untersucht er die rechtliche, soziale und kulturelle Lage, die wirtschaftliche Tätigkeit, die Organisation und die Einrichtungen der jüdischen Gemeinden. Mit Hilfe dieser Quellen, zu denen besonders die in Frage kommenden Bände der Monumenta Germaniae historica und die Acta Sanctorum von Bolandus gehören, und mit Hilfe einer bis ins einzelne gehenden Kenntnis der gesamten Literatur, der talmudisch-rabbinischen, der kirchenrechtlichen und kirchengeschichtlichen sowie der allgemein politisch-historischen vermittelt uns Katz ein Gesamtbild dieser jüdischen Epoche. Eine außerordentlich umfangreiche Bibliographie, die zu den besonders wichtigen Werken kritische Bemerkungen gibt, eine Karte der jüdischen Siedlungen im Frankenreich zur Zeit der Merowinger und Karolinger sowie epigraphische Abbildungen vervollständigen das außerordentlich wertvolle Werk. Berlin. Ernst Fraenkel. 189

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