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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1937-01-01 · Heft 2-3 · p. Seite 181

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1937
Issue
Heft 2-3
Article
Die Münchener Judenbeschreibung von 1804
Date
1937-01-01
Page
Seite 181 (sequence 2)
Language
German
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Werner Cahnmann. Die Münchener Judenbeschreibung von 1804 3. Geschäfte, Nahrungszweig, 4. Wohnung, 5. Frau und Kinder, 6. Dienstboten und Knechte in der Stadt oder auf dem Lande, 7. deren Weiber und Kinder, 8. Befreundte Gäste und Ursache ihres Aufenthalts. Dazu kommt noch eine neunte Rubrik, welche besondere Anmerkungen enthält. Das Verzeichnis umfaßt 88 Nummern und dazu eine Anmerkung über besonders priviligierte Familien, die außerhalb der Nummernfolge, aber unter den gleichen Rubriken wie die unter den vorhergehenden 88 Nummern verzeichneten Familienväter aufgeführt sind2). Wir geben zunächst eine Übersicht über die Herkünfte der im Jahre 1804 in der Münchener Judenbeschreibung verzeichneten selbständigen jüdischen Personen. Tabelle I.¬ Herkunft der Münchener Juden 1804 aus: Mittel- und Oberfranken.........41 Unterfranken.............10 Franken insgesamt........... 51 Kurpfalz (einschl. Baden und Elsaß) .... 11 Hessen und Frankfurt a. M. . ......2 Rheinprovinz......'.......6 Holland...............1 Rheingebiet insgesamt.......... 20 Schwaben..............11 Oberpfalz..............5 Übriges Süddeutschland......... 16 Ostdeutsche Herkünfte (Böhmen, Breslau, Berlin, Hamburg, Kurland)...... 6 Ohne Angabe............._5 Insgesamt.............. 98 Die Herkünfte aus dem Gebiet des heutigen Mittel- und Oberfranken umfassen die Hälfte sämtlicher Herkünfte. Rechnet man Unterfranken dazu, so läßt sich feststellen, daß mehr als die Hälfte der damaligen Münchener Juden aus fränkischen Orten eingewandert ist. Die jüdische Bevölkerung in den markgräflich Ansbachischen, in den ritterschaftlichen und in den geistlichen Territorien Frankens lebte zu jener Zeit in unzähligen Dorf- und Kleinstadtgemeinden verstreut 2) Unter Nr. 5 erscheint der nachmalige Gemeindevorstand Abraham Uhlfeider, unter Nr. 6 sein Schwiegersohn Jolson aus Würzburg, der Vater des bekannten Staatsrechtslehrers Friedrich Julius Stahl; unter Nr. 8 der Rabbiner Ezechiel Samuel (= Jecheskel Hessel) aus Sulzbürg, unter Nr. 72 Raphael Kaulla aus der bekannten württembergischen Familie. Unter 66—68 erscheinen die drei Brüder Marx aus Treuchtlingen, von denen der eine, Isidor, hier fälschlich Israel, später Eduard genannte, zusammen mit dem unter Nr. 69 erwähnten Israel Hirsch Pappenheimer nach 1816 der erste Administrator der Israelitischen Kultusgemeinde München gewesen ist. Auch hier muß bei der Abschrift ein Irrtum insofern unterlaufen sein, als der Name des Administrators, „Israel Hirsch", dem unter Nr. 70 verzeichneten 26jährigen Sohn beigegeben ist, während der 60jährige Vater als Hirsch Liebmann aufgeführt wird. 181

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