Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1937
- Issue
- Heft 2-3
- Article
- Aus Festschriften
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 108 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Miszellen Aus Festschriften. Von Ismar E1 b o g e n. In jüngster Zeit ist in Festschriften zu Ehren jüdischer Gelehrter eine Reihe von Aufsätzen erschienen, die in das Gebiet unserer Zeitschrift gehören. Da die Schriften meist wenig verbreitet sind und in der Hauptsache einen andern Inhalt haben, sei hier auf die einschlägigen Aufsätze hingewiesen. Aus der Festschrift für Samuel Krauss-Wien1) gehört nur ein einziger Aufsatz hierher: Jacob Braver gibt neues Material zur Kenntnis der Blutbeschuldigung in Damaskus, das in der Hauptsache dem Wiener Haus-, Hof- und Staats-Archiv entnommen ist und Berichte der österreichischen Konsuln sowie Anweisungen des Fürsten Metternich enthält (S. 260—302). Weit mehr einschlägige Aufsätze enthält die Festschrift zum 80. Geburtstag von Dr. Moses Gast er in London2). Sie bietet in der S. 71 bereits erwähnten Abhandlung von G. K i s c h über das Judenrecht des Sachsenspiegels (S. 306—11) eine kurze Zusammenfassung der der Rechtsauffassung des Sachsenspiegels zugrundeliegenden Gedanken und ihrer Anwendung auf die Juden. Auf die Einzelbestimmungen, wie z. B. das Pfandrecht, geht sie nicht ein, gibt aber eine ausführliche Bibliographie. N.M. Gelber veröffentlicht Briefe Gasters aus der Zeit des Berliner Kongresses 1878, in denen dieser aufgrund seiner Kenntnis der rumänischen Verhältnisse, auf Veranlassung seines Lehrers Graetz, die Berliner Sachwalter der rumänischen Juden zu beraten versucht (S. 545—48). Bertha und Bruno Strauss beantworten die Frage nach dem „Mann vom Stande", der Moses Mendelssohn das Projekt eines Judenstaates vorschlug, dahin, daß es Graf Rochus Friedrich von Lynar war (S. 518—25). S. R a - w i d o w i c z gibt psychologische Beobachtungen zu dem Thema Moses 0 Sefer ha Jowel Ii—Prof. Schemuel Krauss, Jerusalem 1937, in hebr. Sprache. 2) Occident & Orient in Honor of Haham Dr. M. Gaster 80th birthday. Gaster Anniversary Volume ed. by Bruno Schindler in coüaboration with A. Marmorstein, London 1936. 108 Mendelssohn als deutscher und als jüdischer Philosoph (S. 472 ff.). Rahel Wischnitzer-Bernstein bespricht eine Miniatur des Leipziger Machsor, die sie „der Streiter des Herrn" betitelt (S. 539ff.). I. Eifa o g e n veröffentlicht den Briefwechsel von Leopold Zunz mit seinem Mäzen F. D. Mocatta (S. 144 ff,), Alexander Marx Briefe von William Wright an Moritz Steinschneider aus den Jahren 1853—63, die sich meist um die Kunde seltener Bücher und Handschriften bewegen (S. 424 ff.). In das Gebiet der Volkskunde führen B. Hellers „Beiträge zur Stoff- und Quellengeschichte des Ma'assebuchs" (S. 234ff.) sowie M. Grunwalds „Beiträge zur Volkskunde und Kunstgeschichte" (S. 184ff.); beide Autoren befassen sich hauptsächlich mit Stoff aus Deutschland. Endlich ist noch der Beitrag von Max Weinreich zu erwähnen, der sich mit der Frage von Form und psychischer Funktion im Jiddischen (S. 532 ff.) beschäftigt und in dieser kleinen Abhandlung auf die Frage eingeht, wie zu dem ursprünglich deutschen Sprachgut solches aus andern Quellen hinzugetreten ist. In der „Festschrift für Dr. Jakob Freimann" in Berlin schreibt Adolf Kober über „Vier Generationen einer jüdischen Familie am Rhein um 1400" (S. 106—118) und macht uns mit Bunheim Schaiff bekannt, der zu den ersten, 1372 in Köln wieder aufgenommenen Juden gehörte, in der damaligen politisch sehr bewegten Zeit der Stadt als Finanzmann außerordentliche Dieiste leistete, überhaupt ebenso wie sein Schwiegersohn Vyvus und seine Nachkommen in den Händeln jener Jahrzehnte eine ganz bedeutende Rolle spielte. Moritz Stern gibt aufgrund gedruckter und ungedruckter Quellen ein anschauliches Bild vom Leben des Wormser Reichsrabbiners Jakob im 16. Jahrhundert (S. 180— 192). Unter dem anspruchslosen Titel „Aus der Oxforder Handschrift des Josif Omez" bietet J. Horovitz eine sehr eingehende Untersuchung über die judenfeindlichen Strömungen und aggressiven Predigten Frankfurter und Wormser Geistlichen um das Jahr 1630 (S. 78—93). I. Elbogen veröffentlicht einiges aus dem Briefwechsel von Michael Sachs und Leo-