Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1937
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension] / Kisch, Guido
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 63 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Literatur S. Müller, Der Weg in die jüdische Neuzeit, jüdische Geschichte von Moses Mendelssohn bis zur Gegenwart in Charakterbildern dargesteEt. Ludwigshafen a. Rh. 1936. Verlag der jüdischen Schulzeitung. V und 315 Seiten. Ausgehend von der Emanzipationszeit vermittelt das Buch ein lebensvolles Bild von den geistigen und kulturellen Strömungen bei den Juden bis zur letzten Vergangenheit und Gegenwart. Wissenschaftliche Orientierung und religiöser Sinn, Flüssigkeit der Sprache, zurückhaltende Sachlichkeit in der Beurteilung des historischen Geschehens, .pädagogisches Geschick in der Auswahl und Gestaltung des Stoffes sind die Vorzüge, die das populäre Werkchen zu einem geeigneten Lehr- und Bildungsmittel für Schule und Haus machen. Halle/Saale. Guido Kisch. Manfred Rosenberg, Gerhard Veltwyck, Orientalist, Theolog und Staatsmann. Ohne Ort und Jahr [1936]. 71 Seiten. Diese mit Fleiß und Sorgfalt gearbeitete, teilweise auf archivaldschen Quellen beruhende Göttinger philosophische Doktordissertation behandelt Leben und Wirken Veitwycks, der während der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts im Dienste Karls V. in der großen europäischen Politik eine Rolle gespielt hat. Freilich ist Veltwyck keineswegs ein „Gestalter der Geschichte" gewesen, wie der Verfasser selbst hervorhebt. Was ihn vielmehr zu seiner Monographie anregte, war das Buch Sch'wile-tohu — Itinera deserti — De judaicis disciplinis et earum vanitate, das jener jüdische Renegat 1539 bei Bomberg in Venedig erscheinen ließ. Indem Rosenberg die religiöse und wissenschaftliche Atmosphäre der Zeit schildert und Veltwyck, der kein Pfefferkorn gewesen ist, mit seinen Werken und seinem Wirken den richtigen Platz zuweist, hat er einen beachtlichen Beitrag zur Geschichte der Bekehrungsliteratur geliefert. Halle [Saale. Guido Kisch. Claris Edwin Silcox and Galen M. Fisher, Catholics, Jews, Protestants, a Study of Relationships in the United States and Canada. Harper and Brothers. New York and London 1934. XVI und 359 Seiten. Dieses ungemein materialreiche und interessante, wissenschaftlich aufgebaute und doch gemeinverständlich geschriebene Werk ist von Nichtjuden für das Institut für Sozial- und Religionsforschung in New York verfaßt worden. Für die Vereinigten Staaten von Nordamerika und Canada, wo alle Rassen und Religionen vertreten sind, wurden soziologische Forschungen über die religiösen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und sonstigen kulturellen Beziehungen zwischen Katholiken, Juden und Protestanten unternommen. Die neueste Problematik und die jüngste Entwicklung in Amerika ist ausführlich dargestellt, dabei finden die historischen Hintergründe und Einflüsse gebührende Berücksichtigung, viel statistisches Material ist zusammengetragen. Niemand, der sich wissenschaftlich mit der Materie zu beschäftigen hat, wird dieses äußerst lehrreiche und wertvolle Werk beiseite lassen können. Halle/Saale. Guido Kisch. Judaica, Zeitschrift für Geschichte, Literatur, Kunst und Bibliographie, herausgegeben von Samuel Bettelheim. II. und III. Jahrgang, 7.—IS. Heft. Judaica-Verlag (Lazaretska 4 c), Bratislava 1935-36. Die von Samuel Bettelheim geleitete und großenteils verfaßte Zeitschrift Judaica, über deren erste sechs Hefte auf S. 63 des vorigen Bandes dieser Zeitschrift berichtet wurde, ist inzwischen in den dritten Jahrgang eingetreten. Im ganzen liegen 18 Hefte vor. Sie empfängt ihr besonderes Gepräge durch die spezielle Pflege aller Gebiete aus der Geschichte der Preßburger und slovakischen Judenheit. Das Andenken an jüdische Dichter und Gelehrte der Slovakei wird aufgefrischt; die Kenntnis der Druckgeschichte des Landes wird in Wort und Biid gefördert; Dokumente über bedeutende politische Ereignisse werden festgehalten, z. B. ist das historische Memorandum des jüdischen Landeskongresses von Preßburg an den ungarischen Preßburger Reichstag von 1791 abgedruckt; die Personen- und Familiengeschichte wird gepflegt, so sind Dokumente und Bilder über Herzls Familie, über Nordau, über Heines Preßburger 63