Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1937
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 61 (sequence 2)
- Language
- German
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Literatur wart, wie es in den Anschlußgemeinden des dieses Jahrbuch herausgebenden Verbandes zum Ausdruck kommt, tritt hinter der Fülle historischen Materials fast in den Hintergrund. Da wird u. a. des hundertjährigen „Jubiläums" der Neunzehn Briefe von Samson Raphael Hirsch über das Judentum gedacht, mit dem sich Martin Cohen, Altona-Delft, beschäftigt. Auf den in das Jahr 1935 fallenden Todestag von Rabbi Akiba Wertheimer und den 100. Geburtstag von Oberrabbiner Elieser Lob, die beide in Altona wirkten, wird kurz verwiesen. Oberbibliothekar i. R. Dr. Moritz Stern, Berlin, berichtet aus den Vorstandsprotokollen der Hamburger israelitischen Gemeinde im Jahre 1814, und Rabbiner Dr. Winter, Lübeck, schildert, gestützt auf Handschriften des Lübecker Staatsarchivs, ausführlich die Bildung der israelitischen Gemeinde m Moisling-Lübeck und die Geschichte ihres Gottesdienstes. In gedrängter Tabellenform stellt Max Markreich, Bremen, die Geschichte der Juden in Bremen von 1065 bis 1855 dar. Bemerkenswert ist auch der Beitrag von Professor Dr. Isaac M a r k o n , Hamburg, zum 300jährigen Jubiläum der hochdeutschen Gemeinde in Amsterdam. Berlin. Ernst G. Löwenthal. Almanach des Schocken-Verlags auf das Jahr 5697. Schocken-Verlag, Berlin 1936/37. Der Almanach des hervorragenden Verlagsunternehmens ist diesmal nicht nur dem äußeren Umfang, sondern auch dem inneren Gehalt nach erweitert worden. An historischen Beiträgen, die den Themenkreis der vorliegenden Zeitschrift berühren, enthält er u. a. einen von Moritz Zobel verdeutschten Auszug aus den Erinnerungen eines böhmischen Talmudschülers namens Chiskija Feiwel Plaut, der von 1818—1894 lebte. Das böhmisch-jüdische Gemeindeleben in den Anfängen des 19. Jahrhunderts wird darin geschildert. Aus dem Material einer in Vorbereitung befindlichen Biographie von Jacob Bernays teilt Hans Bach einen vom 23. April 1876 datierten Brief mit, in dem der große klassische Philolog seine Zustimmung zu den Ansichten, die der ihm befreundete berühmte Althistoriker Ernst Curtius in einer Festrede über Hellas und Israel vertreten hatte, zu erkennen gibt. An sonstigen historischen Arbeiten enthält der Almanach eine Skizze von Jizchak Fritz Baer über die Vertreibung der Juden aus Spanien, aus einer demnächst erscheinenden Darstellung der Geschichte der Juden im christlichen Spanien vorveröffentlicht, ferner eine geschichtliche Skizze von S. D. F. Goitein über die Herkunft der palästinensischen Araber, sowie einen von Adolf Reifenberg erstatteten Fundbericht über die antike jüdische Stadt Nawe. Für den Historiker wertvoll sind die beigegebenen, von Albert J. Phiebig bearbeiteten statistischen Tabellen über die Zahl der Juden in der Welt Mitte 1936 und über die Bevölkerungsentwicklung und Wanderung der Juden in Deutschland 1933/1936. Berlin. Fritz Friedlaender. Pamatnik, Gedenkbuch. Im Auftrage des Kuratoriums [des Jüdischen Museums für Mährisch-Schlesien in Nikolsburg] herausgegeben von Professor Dr. Alfred Engel. Nikolsburg 1936. 136 Seiten. Diese Broschüre gibt teilweise ganz neues, aufschlußreiches Material zur inneren und äußeren Geschichte der Juden in dem heute zur Tschechoslowakei gehörigen tschechischen Teil Mährisch-Schlesiens, mancherlei Ergänzungen zu Grottes Buch über „Deutsche, böhmische und polnische Synagogentypen" sowie neue urkundlich belegte Beiträge zur jüdischen Gelehrtengeschichte in dieser Gegend. Es stellt, um nur eines herauszugreifen, auch für den jüdischen Historiker in Deutschland eine spezielle Bereicherung da, weil aufgrund einer neuaufgefundenen Urkunde aus dem Wiener Archiv des Fürsten Liechtenstein unsere Kenntnis von der Geschichte der Juden in Nikolsburg vermehrt wird, die für die frühesten Zeiten bisher nur unvollkommen war (vgl. Germania Judaica 1934, S. 246). Berlin. Ernst Fraenkel. 61