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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1937-01-01 · Heft 1 · p. Seite 59

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1937
Issue
Heft 1
Article
[Rezension]
Date
1937-01-01
Page
Seite 59 (sequence 2)
Language
German
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Literatur der Einleitung und im Kapitel über die wirtschaftliche Funktion der niederösterreichischen Landjuden, versucht er nicht, eine solche seinen Quellen unmittelbar abzugewinnen. Er benützt diese vielmehr meist nur dazu, um aus ihnen die judengeschichtlichen Ergebnisse bekannter Autoren, vornehmlich von Caro, Sombart, Liebe, Nübling und anderer, zu bestätigen oder zu widerlegen. So hinterläßt das Buch beim Leser einen im ganzen unbefriedigenden Eindruck, obwohl ihm auch manches interessante und wertvolle Material entnommen werden kann. Dazu rechne ich besonders die topographischen Untersuchungen über die Judensiedlungen in Niederösterreich. Obwohl auch sie manchmal unsicher sind, ist das Register der Orte und die Siedlungskarte verdienstlich. Letztere hätte in Farbendruck ausgeführt, wie es anscheinend geplant war (vgl. die Unstimmigkeit im Text S. 19), sicherlich plastischer gewirkt. Dankenswert sind auch die schönen Bildbeigaben, Landsynagogen und einzelne Grabsteine darstellend. Unter ihnen sei besonders auf die Abbildungen 5 und 6 hingewiesen. Derselbe Grabstein im Erhaltungszustand von 1913 und 1935; eine eindrucksvolle Mahnung an diejenigen, die für die Erhaltung und Rettung jüdisch-historischer Denkmäler verantwortlich sind. Halle/Saale. Guido Kisch. Bernhard Wachstein, Die Wiener Juden in Handel und Industrie nach den Protokollen des niederösterreichischen Merkantil- und Wechselgerichtes. [Verlag der Wiener Kultusgemeinde.] Wien 1934. 96 Seiten. Die Merkantilprotokolle, d. s. die Protokolle des niederösterreichischen Merkantil- und Wechselgerichts aus dem 18. und aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, bilden eine sehr beachtenswerte Quelle zur Geschichte der Beteiligung der Wiener Juden an Handel und Industrie in Österreich. Aus dem Nachlaß des ausgezeichneten unvergeßlichen jüdischen Historikers Bernhard Wachstein, der sich mit diesen Akten jahrelang beschäftigt hatte, werden hier umfangreiche Regesten veröffentlicht. Sie sind mit gewohnter Meisterschaft gearbeitet, nach Firmeninhabern und chronologisch geordnet, von einem biographisch-genealogischen Kommentar begleitet. Sie bieten reichen und wichtigen Stoff für die neuere Wirtschafts-, Personen- und Familiengeschichte der Wiener Juden. Arthur Gold mann hat die Ausgabe, der ein ausführliches Register beigegeben ist, mit einer wertvollen Einleitung versehen. HallejSaale. Guido Kisch. Jewish Studies in Memory of George A. Kohut 1874—1934, edited by Salo W. Baron and Alexander Marx. Alexander Kohut Memorial Foundation, New York 1935. XCIII und 614 und 148 Seiten, mit einem Porträt. Freunde und Verehrer des verdienstvollen Förderers jüdischer Forschung und Lehre in Amerika und Europa George A. Kohut haben sich unter der Führung von Salo W. Baron und A. Marx zusammengetan, um das Andenken des allzu früh Dahingegangenen durch einen Gedenkband zu ehren. 44 Beiträge, in englischer und deutscher Sprache, aus den verschiedensten Gebieten der Wissenschaft des Judentums, umfassen 614 Seiten der Jewish Studies; die Abhandlungen in hebräischer Sprache füllen weitere 148 Seiten. Eine Gesamtwürdigung der Gedenkschrift, .einer der umfangreichsten ihrer Art, ist an dieser Stelle nicht möglich. Allein auf die Beiträge zur Geschichte der Juden in Deutschland, vorzüglich während des 19. Jahrhunderts, die sie enthält, kann hier kurz hingewiesen werden. — Nur einige Worte des Gedenkens aus S. S. Wises Feder sind Kohut gewidmet; denn eine selbständige Kohutbiographie ist in Vorbereitung. — Edward D. Co lern an verzeichnet mit peinlicher bibliographischer Sorgfalt auf 83 Seiten die Veröffentlichungen Kohuts, der, ein Schüler Steinschneiders, zeitlebens mit der jüdischen Wissenschaft in Deutschland verbunden war. Die 636 Nummern enthalten meist kleine Essays religiösen, politischen, literargeschichtlichen und bibliographischen Inhalts, dazu Gedichte und Übersetzungen aus dem Deutschen ins Englische (z. B. Lessings Nathan). Außer verschiedenen Festschriften hat Kohut eine zweibändige Hebrew Anthology, eine Sammlung englischer poetischer Werke herausgegeben, die Einflüsse des Alten Testaments aufweisen. Von bleibendem Wissenschaft- 59

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