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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1936-01-01 · Heft 4 · p. Seite 251

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1936
Issue
Heft 4
Article
[Rezension]
Date
1936-01-01
Page
Seite 251 (sequence 2)
Language
German
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Literatur der Bearbeiter des familiengeschichtlichen Materials, der badisch-jüdische Heimatforscher Berthold Rosenthal. Er hat alle Ahnentafeln auf Grund archivalische» und gedruckten Urkundenmaterials sorgfältig zusammengestellt und über jede einzelne Persönlichkeit, auch der mit den Weils verbundenen Familie Hochstetter aus Bodenheim bei Mainz, daher früher Bodenheimer genannt, die wesentlichem historischen Daten zusammengetragen. So entstand eine gelungene Darstellung des Werdegangs einer sehr alten deutsch-jüdischen Familie, ein interessanter Beitrag zur jüdischen Familiengeschichte und zur deutschen Kulturgeschichte zugleich. Die hervorragend schöne Ausstattung des Werkes, das außer anderen die interessanten Bilder der beiden Oberlandrabbiner enthält, entstammt der Offizin Schirmer und Mahlau in Frankfurt a. M. Halle/Saale. Guido Kisch. Rahel Wischnitzer-Bemstein, Gestalten und Symbole der jüdischen Kunst. Mit sechs farbigen Tafeln und 81 Abbildungen. Verlag Siegfried Scholem. Berlin-Schöneberg 1935. VIII und 160 Seiten Quart. Der Rahmen dieses Buches ist sehr weit gespannt und dies allein gibt ihm schon große Bedeutung; denn nur an Hand von umfangreichen Ergebnissen und unter Heranziehung von Denkmälern aller Kulturen kann man die Aufgabe meistern, die sich Rahel Wischnitzer-Bernstein gestellt hat. Es geht der Verfasserin darum, Vorarbeit zu leisten für eine Motiv- und Typengeschichte der Kunst Israels: Gestalten und Symbole der jüdischen Kunst zu deuten, ist daher eines der wichtigsten Präludien, .erst dann kann das Ganze zum vollen Klang gebracht werden. Als Kunsthistorikerin und geschulte Philologin weiß sie um die Dinge, welche die Erkenntnis der Beziehungen von Symbolen und Gestalten erschweren. Aber überaus geschickt wird der Leser, auch der kritischste, durch das weite Land der zum Teil noch unerforschten Symbolik hindurchgerührt, er erkennt am Schluß des anregenden Buches, daß es ein Kompendium der jüdischen Symbolik gibt. Es eröffnen sich recht interessante Fragestellungen: für den Kunsthistoriker beispielsweise die, ob es eine jüdische Bibelillustration gibt, eine Frage, die Rahel Wischnitzer auf Grund ihrer eigenen Studien offen läßt, während sie von anderer Seite in neuester Zeit bejaht wird (Franz Landsberger). Aus dem besonderen Arbeitsgebiet der Verfasserin, der altchristlichen Kunst, ergeben sich Sonderfragen mannigfacher Art, die den Historiker und den Religionswissenschaftler in gleicher Weise anregen und über die allein bisher gültige Meinung, daß es nur jüdisch« Katakomben gäbe, hinausweisen. Da gerade die Ausgrabungen auf italienischem Boden in dieser Zeit immer weiter ausgedehnt werden, besteht die Hoffnung, auch für das Erkennen jüdischer Zusammenhänge neuen Boden zu gewinnen. Jedenfalls bringt das Wischnitzersche Buch große Bereicherung; ein gut ausgewähltes Bildmaterial, das mit den Schätzen entfernterer Sammlungen bekannt macht, trägt dazu bei, den ungeheuer weiten Rahmen jüdischen Kunstsammelns in der ganzen Welt aufzuzeigen. Wichtig ist der Schlußteil des Buches. Er umfaßt auf neun Seiten reiche literarische Angaben zum Thema. Es bedarf kaum eines Hinweises, daß mit dieser Arbeit etwas Wesentliches geleistet wurde. Berlin. Olga Bloch. Franz Landsberger, Einführung in die jüdische Kunst, Philo-Verlag G.m.b.H. Berlin 1935. 64 Seiten mit 25 Bildtafeln. Mit diesem Buch füllt der Philo-Verlag eine längst erkannte und schmerzlich empfundene Lücke aus; denn das Werk über jüdische Kunst aus Forscherhand fehlte bisher. Wohl gab es Veröffentlichungen in Zeitungen, Jahrbüchern, Zeitschriften über einzelne jüdische Künstler, seit dem Werk von Ernst Cohn-Wiener (Berlin 1929) jedoch keine Arbeit mehr, die das für Begriff und Wesen einer jüdischen Kunst unerläßliche Anschauungsmaterial in zureichender Weise zusammenfaßte. Am wichtigsten dürfte der Abschnitt des Buches sein, der sich mit der Frage der Existenz eines jüdischen Stils befaßt. In allen Ländern kann man zwar die Beobachtung machen, daß die jüdische Kunst die Farbe des Landes trägt und den Wechsel der Farbe mitmacht. Deutlicher Beweis dafür ist die Regensburger Synagoge, die nur noch in dem Altdorf ersehen Stich erhalten ist und die Charakteristika der romanischen Baukunst in allen ihren Teilen widerspiegelt. Aber alle Völker s* 251

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