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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1936-01-01 · Heft 2-3 · p. Seite 182

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1936
Issue
Heft 2-3
Article
[Rezension]
Date
1936-01-01
Page
Seite 182 (sequence 2)
Language
German
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Litertfor Durch sie ist das familiengeschichtliche Interesse in weite jüdische Kreise getragen, durch sie sind zahlreiche familienkundliehe Forschungen angeregt und veröffentlicht worden, lange bevor die Familiengeschichte noch ihre heutige Aktualität erhalten hatte. An jene gleichen Kreise vor allem wendet sich die vorliegende „genealogische Anleitung für deutsche Juden". Indem sie Grundbegriffe, Quellen und Mittel der Familiengeschichte leicht faßlich und kurz darlegt, will sie für ernste Familienforschung werben. Sie sucht die komplizierten Begriffe von Ahnentafel und Nachfahrentafel an der bildlichen Darstellung genealogischer und biologischer Stammtafeln zu erläutern, belehrt über jüdische Familien- und Erbkunde, über Familienarchiv und Familiengeschichte, sowie über die speziellen Quellen der jüdischen Familienforschung. Das Büchlein wird seinen Zweck vortrefflich erfüllen, wenn es auch — was selbstverständlich ist und keine Bemängelung sein soll — auf seinen 32 Seiten namentlich bibliographisch den Stoff nicht erschöpfen konnte. Halle/Saale. Guido Kisch. Paul J. Diamant, Theodor Herzls väterliche und mütterliche Vorfahren, eine familiengeschichtliche Studie, mit einer Ahnentafel. Bamberger und Wahrmann. Jerusalem 1934. 19 S. In dieser familiengeschichtlichen Studie des historisch verdienten Verfassers (vgl. diese Zeitschrift V, 1934, S. 75) wird die Ahnenreihe des großen Zionistenführers bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts verfolgt. Die väterlichen und mütterlichen Vorfahren Herzls lebten durch Generationen in Südungarn und der Slowakei, wo sie wohlgelitten waren, als schlichte Handwerker und Kaufleute, ohne irgendwie hervorzutreten. Die vom Verfasser vermuteten Beziehungen zu der Prager Familie Abeles, deren Sproß der Knabe Simon Abeles am Ende des 17. Jahrhunderts traurige Berühmtheit erlangte, ebenso der von ihm angenommene Zusammenhang mit einem aus dem Rheinland nach Ungarn eingewanderten Salomon Josef sind bloße Hypothesen. Die wissenschaftliche Familienforschung darf aber zu solchen nicht greifen, wo exakte urkundliche Beweise fehlen. Vielmehr muß sie an den Grenzen Halt machen, die ihr durch die Lage der Akten gezogen sind. Auch die Idee des Verfassers, die im Jahre 1904 erfolgte Streichung von Herzls Namen aus der Mitgliederliste des Budapester Chewra Kadischa durch Ausschneiden des betreffenden Blattes aus dem historischen Dokument „wieder gut zu machen", erscheint mir wissenschaftlich abwegig. Halle/Saale. Guido Kisch. Publications ofthe American Jewish Historical Society. Number 33. Published by the Society. New York 1934. XXXIII und 292 S. Die Publikationen der amerikanisch-jüdischen Historischen Gesellschaft, von denen seit 1893 bisher 33 Bände veröffentlicht wurden, sind in Europa noch nicht genügend bekannt und wissenschaftlich verwertet. Und doch enthalten sie außer einer einzigartig dastehenden Sammlung von Quellen und Darstellungen zur Geschichte der Juden in Amerika (nicht bloß in den Vereinigten Staaten von Nordamerika) auch wertvolle Studien und Beiträge zur mittelalterlichen und neueren Geschiente der Juden in verschiedenen europäischen Ländern, darunter besonders für Deutschland, England, Italien, Spanien. Der vorliegende neueste Band bringt zwei Arbeiten des kürzlich dahingeschiedenen Förderers der Wissenschaft des Judentums George Alexander Kohut. In der einen werden die Verdienste des großen Organisators jüdischer Forschung und Lehre in Amerika, Cyrus Adler, um die amerikanisch-jüdische Wissenschaft und besonders um die Geschichtsforschung anläßlich seines 70. Geburtstages gewürdigt. Der andere Aufsatz behandelt Adolf Jellineks Beziehungen zu Amerika. Anscheinend durch Rosemanns Jellinek-Biographie (vgl. diese Zeitschrift IV, 1932, S. 221f.) angeregt, breitet Kohut hier zunächst interessante Jugenderinnerungen aus. War es doch Jellinek, der den Anstoß zur Wirksamkeit Alexander Kohuts in Amerika gegeben hatte. Sodann wird die österreichische „Auf nach Amerika"-Episode aus dem Jahre 1848 berührt und der ersten jüdischen geistlichen und wissenschaftlichen Pioniere für Amerika aus jener Zeit gedacht: Adolf Huebsch, Isidor Busch, Mayer Kayserling. Jellinek hat verschiedentlich durch Kundgebungen nach Amerika und durch Behandlung amerikanischer historischer Ereignisse in Europa sein Interesse an der 182

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