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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1936-01-01 · Heft 2-3 · p. Seite 176

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1936
Issue
Heft 2-3
Article
[Rezension] / Kisch, Guido
Date
1936-01-01
Page
Seite 176 (sequence 1)
Language
German
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Literatur Simon Dubnow, Weltgeschichte des jüdischen Volkes, von seinen Uranfängen bis zur Gegenwart, in 10 Bänden. Berlin 1930, Jüdischer Verlag. Neudruck des 7. und 8. Tausends. Eine kritische Würdigung von Dubnows Weltgeschichte des jüdischen Volkes aus der Feder von Hanns Reissner ist kurz nach der Ausgabe des letzten Bandes im III. Jahrgang dieser Zeitschrift, 1931, S. 1—18, veröffentlicht worden. Gern wird dazu anläßlich des Neudrucks auf Wunsch des Verlages festgestellt, daß in der Gesamtausgabe an die Stelle der deutschen Obersetzung von Alexander Eliasberg und Elias Hurwicz, welche die neueste Geschichte des jüdischen Volkes 1789—1814 (schon 1920 selbständig in 3 Bänden erschienen) übertragen hatten, eine vollständige Neubearbeitung nach dem verbesserten russischen Original von A. Steinberg getreten ist (Band 8—10), von dem auch die Verdeutschung aller anderen Bände stammt. Halle/Saale. Guido Kisch. Joachim Prinz, Illustrierte jüdische Geschichte. 2. Auflage, 6—12. Tausend. Berlin 1930. Brandussche Verlagsbuchhandlung. 232 S. Mit diesem in einen schmalen Band zusammengedrängten Abriß der Geschichte der Juden von der biblischen Zeit bis zur Gegenwart wurde keine streng wissenschaftliche Leistung beabsichtigt. Die Darstellung will vielmehr nur Interesse und Verständnis für das jüdische Schicksal in weitesten Kreisen wecken. Um diesen Zweck zu erreichen, bedient sich der Verfasser seiner betont subjektiven Methode. Das historische Geschehen um die Juden, die politischen Verhältnisse, die sozialen, wirtschaftlichen und rechtlichen Wandlungen, die geistigen Strömungen, die das Schicksal der Juden von außen und im Innern bestimmend gestalteten, werden dem Leser vor Augen geführt, indem der kluge Verfasser seine eigenen Reflexionen über die historischen Tatsachen bUtzlichtartig aufleuchten läßt. Dadurch erhält die Darstellung Lebendigkeit und Gegenwartsnähe, obwohl sie viel geschichtliche Kenntnis voraussetzt. Auf diese Weise wird das Buch zweifellos sein Ziel und seine Wirkung erreichen. Der wissenschaftliche Leser aber wird den Gedankengängen des Verfassers nicht selten weder folgen noch zustimmen können. An der Art der Herbeischaffung, der Wiedergabe und Verarbeitung des historischen Materials merkt er sofort, daß hier keine Forscherleistung vorliegt. Der Mangel einer wissenschaftlich abgewogenen einbändigen Darstellung der jüdischen Geschichte in deutscher Sprache, etwa nach Art der History of the Jewish Peopie von Max L. Margolis und Alexander Marx, in dritter Auflage in Philadelphia 1934 veröffentlicht, erscheint durch das vorliegende Werk nicht behoben. Halle/Saale. Guido Kisch. Claudius von Schwerin, Grundzüge der deutschen Rechtsgeschichte. Duncker und Humblot, München 1934, XV und 365 S. Kein Teilgebiet aus der Geschichte der Juden ist bisher so vernachlässigt worden wie die Rechtsgeschichte der Juden in mittelalterlicher und neuerer Zeit. Es handelt sich hier um ein ganz großes wissenschaftliches Sondergebiet, ja um eine selbständige Wissenschaft mit weiter Verzweigung, die, zeitlich etwa anderthalb Jahrtausende umfassend, sachlich ebenso in der Geschichte wie im Recht verwurzelt, eine ungeahnte Fülle von rechtsgeschichtlichem Material und von historischen, juristischen und soziologischen Problemen darbietet. Auch aus dem vorliegenden Werk, das nunmehr an die Stelle der berühmten Grundzüge der deutschen Rechtsgeschichte von Heinrich Brunner tritt (8. Aufl. 1930), wird kaum ersichtlich, welche Bedeutung und Wichtigkeit ihnen im Verlauf der deutschen Rechtsgeschichte zukommt. Lediglich der karolingische Judenschutz (S. 66), das spätere Judenschutzregal (S. 78, 149, 163, 264) und die Emanzipation (S. 216) finden flüchtige Erwähnung. Aus der Literatur werden bloß die bekannten Werke von Stobbe und Scherer über die Rechtsverhältnisse der Juden angeführt. Eine Studie von mir über Stand und Probleme der Erforschung der Rechtsgeschichte der Juden befindet sich im Druck. Halle'Saale. Guido Kisch. 176

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