Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1936
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension] / Friedlaender, Fritz
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 59 (sequence 1)
- Language
- German
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Literatur Phflo-Lexikon, Handbuch des jüdischen Wissens. Mit 250 Abbildungen, zahlreichen Plänen, Tabellen und Obersichten sowie 40 zum Teil mehrfarbigen Tafeln und Karten. Berlin 1935. Philo Verlag G. m. b. H. Eine Verlagspublikation, die wie das bereits in zweiter Auflage vorliegende Philo-Lexikon innerhalb des jüdischen Schrifttums der Zeit eine neue Gattung eröffnet, kann u. E. nur Gegenstand einer Kritik sein, die nicht ihre unerfüllten Wünsche, sondern den Zweck und die selbstgewählte Beschränkung des Werks zum Maßstab ihres Urteils nimmt. Was hat, so wird eine positive Kritik fragen, das Philo- Lexikon gewollt und in welchem Umfange hat es das Gewollte erreicht? Die Aufgabe bestand darin, einer breiten jüdischen Öffentlichkeit, der die beiden großen Sammelwerke, die „Encyclopaedia Judaica" und das „Jüdische Lexikon", nicht ohne weiteres zugänglich sind, ein populäres, aber zuverlässiges Nachschlagewerk in die Hand zu geben. Dies Nachschlagewerk mußte nicht nur über alle wesentlichen Punkte des jüdischen Wissens eine befriedigende Auskunft erteilen, sondern es mußte überdies, da der Rahmen eines preiswerten Handlexikons nicht gesprengt werden durfte, dem Benutzer in gedrängtester Kürze antworten. Eine wahrhaft sehr schwierige Aufgabe, die wohl nicht lösbar ger wesen wäre, wenn nicht das allenthalben empfundene Bedürfnis nach Belehrung in jüdischen Materien förmlich nach einem solchen Buche verlangt hätte und wenn nicht ferner durch das vorangegangene weitverbreitete Knaursche Konversationslexikon ein Exempel für die Möglichkeit einer analogen Publikation gegeben worden wäre. Wie hat man nun die Aufgabe zu lösen versucht? Mit Emanuel bin Gorion, Dr. Alfred Loeven, Dr. Otto Neuburger und Johann F. Oppen.heimer traten vier Männer an die Spitze des Unternehmens, die mit Zähigkeit und findigem Geschick den Arbeitsplan und die organisatorische Durchführung sicherstellten. Sie hielten nicht nur die notgedrungenen Grenzen der räumlichen Anlage des Werkes ein, sondern gewannen vor allem einen reichhaltigen Stab von Mitarbeitern, von denen sich manche sowohl auf dem Gebiet der wissenschaftlichen Theorie als auch im praktischen Leben ausgezeichnet haben. Herausgeber und Redaktion haben es durchaus verstanden, die zahlreichen Mitarbeiter zu gemeinschaftlicher Arbeit zusammenzufassen und namentlich den angesichts seiner Bestimmung unbedingt notwendigen überparteilichen und streng sachlicnen Charakter des Werks zu gewährleisten. Eine Besprechung in einer wissenschaftlichen Zeitschrift wie der vorliegenden darf mit Genugtuung feststellen, daß das Philo-Lexikon auch dem Gelehrten im Handgebrauch gute Dienste zu leisten imstande ist. Die zumeist prägnant abgefaßten Artikel, die das Wichtigste des Wissenswerten in lakonischer Kürze mitteilen, die geschickten Zusammenstellungen, statistischen Tabellen, sachdienlichen Angaben, nicht zuletzt das treffliche und. vielseitige Bildmaterial wie überhaupt die praktische Brauchbarkeit des kleinen Handbuchs ermöglichen nicht nur dem gebildeten Publikum, sondern auch dem Fachmann eine schnelle und bequeme Orientierung. Einen besonderen Vorzug erblicken wir in der neuartigen Rubrik der Gruppenstichwörter (z. B. Geschichtsschreibung, Historiker, Schrifttum u. a.) sowie in der aktuellen Bezogenheit auf die jüdische Gesamtsituation unserer Zeit: so werden die jüdischen Verbände und Organisationen, Körperschaften und Richtungen sorgsam registriert. Da das Philo-Lexikon mit der zweiten Auflage eine Steigerung seiner Zuverlässigkeit erfahren hat, so ist mit ihm ein Buch entstanden, das bei richtiger Benutzung nicht enttäuscht. Berlin. Fritz Friedlaender. Die jüdischen Gefallenen des deutschen Heeres, der deutschen Marine und der deutschen Schutztruppen 1914—1918. Ein Gedenkbuch. Herausgegeben vom Reichsbund jüdischer Frontsoldaten. Verlag „Der Schild". Berlin 1932. In zwei Listen, einer alphabetischen Namenliste und einer nach dem Wohnsitz geordneten, sind die jüdischen Gefallenen des Weltkrieges aufgeführt. Die Verzeichnisse stützen sich auf gründliche Durchforschung der amtlichen Quellen, vor allem der des Zentralnachweise-Amtes für Kriegsverluste und Kriegergräber in Berlin-Spandau einschließlich seiner Zweigstellen und einzelner Standesämter. Von den vom Reichsbund jüdischer Frontsoldaten festgestellten 10 623 Namen konnten 10 060 in den Verlustlisten und Karteien des Spandauer Amtes vollkommen identifiziert werden. Bei allen im Gedenkbuch genannten jüdischen Gefallenen — es 59