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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1936-01-01 · Heft 1 · p. Seite 28

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1936
Issue
Heft 1
Article
Auras in Niederschlesien als Sitz einer jüdischen Druckerei
Date
1936-01-01
Page
Seite 28 (sequence 5)
Language
German
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Bernhard Brilling. Auras in Niederschlesien als Sitz einer jüdischen Druckerei zu lassen; Wogegen Wir den Herren und Euch mit wohlgeneigt, und günst. Willen stets beygethan und verbunden verbleiben Ölsse, den 27. Julii 1700. Der Herren und Euer Wohlaffectionirter und gutter Gönner Christian Ulrich." Auch aus diesem für Sabbatai eintretenden Brief ersieht man, daß die Buchdruckerei zu Auras bestand und Sabbatai Bass damals auch in Auras wohnte, wie sich ganz unzweifelhaft aus dem Wortlaut des Schriftstücks ergibt („der unter Unserer Jurisdiktion zu Auras15) sein Domicilium fovirende Jude"). Dies hat er nicht, wie etwa die Erwähnung der jüdischen Buchdruckerei zu Auras, aus der vorliegenden Petition des Sabbatai Bass entnommen. Aus diesen Dokumenten ergibt sich mit Sicherheit, daß sich Sabbatai Bass sowie sein Sohn um 1700 in Auras aufhielten, und sich mindestens in diesem Jahr 1700 eine jüdische Buchdruckerei des Sabbatai Bass in Auras befunden habe, die selbstverständlich auch Bücher hergestellt haben wird. Aus der Ausdrucksweise des angeführten Verhörs kann man sogar schließen, daß nicht nur im Jahre 1700 in Auras eine hebräische Presse tätig gewesen ist. Wahrscheinlich gehören einige, ohne Angabe des Druckorts und teilweise auch des Jahres erschienene, der Druckerei Dyhernfurth zugewiesene Bücher aus der Zeit zwischen 1695 und 1705 nach Auras16). Letzteres tatsächlich festzustellen, wäre weiteren Nachforschungen zu überlassen, in denen zu ergründen wäre, ob nicht vielleicht ein Teil der Bücher, die besonders um das Jahr 1700 herum als Druckort Dyhernfurth angeben, in der Offizin zu Auras gedruckt worden sind. Saul Ascher, ein Theoretiker der Judenemanzipation aus der Generation nach Moses Mendelssohn*) Von Fritz Pinkuss Mendelssohns „Jerusalem" war ein Versuch, „in sowohl religiös als philosophisch festgelegter Position die Eigenart des Judentums auszudrücken"1). Wollte Mendelssohn „Theist" sein, so konnte es für ihn 15) Der Fürst besaß das Burglehn Auras wirklich. Später wurde der Titel „Burggrat zu Auras" von den Herzögen des Fürstentums Öls auch dann noch geführt, als Auras längst schon vom Fürstentum Öls verkauft worden war. Vgl. Zimmermann a. a. O. 16) So würden vielleicht hierhin gehören: Auszüge aus dem „Buche der Frommen" und ähnliche Schriften: „das Titelblatt hat weder Druckort noch Jahreszahl", Brann a.a.O., S. 563, Anm. 4. Auch bei dem 1696 erschienenen spy-rrr (a.a.O., S. 564, Anm. 3) fehlt die Angabe des Druckortes auf dem Titelblatt; auch hat das Buch, wie daselbst bemerkt, eine sonst nicht vorkommende Randverzierung. Aber selbstverständlich genügt dies alkin nicht, um daraus die Herkunft aus Auras zu beweisen. *) Auszug aus einer, auf Anregung meines verehrten Lehrers Ismar El bogen entstandenen größeren Arbeit, ihm zum 60. Geburtstag gewidmet. x) Fritz Bamberger, Mendelssohns Begriff vom Judentum (Korrespondenz-Bl. der Akademie f. d. Wiss. d. Judentums 1929, S. 11, 18). 28

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