Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1935
- Issue
- Heft 2-3
- Article
- Die Synagoge zu Worms
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 91 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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Richard Krautheimer. Die Synagoge zu Worms Nächst verwandt mit dieser Ornamentik sind die östlichen Teile des Wormser Doms. An einer Lisene der Chornordwand findet sich ein Stück Palmettenranke, das die gleichen breit und löffelartig gehöhlten Blätter zeigt, wie der Kämpfer des östlichen Kapitells in der Männersynagoge: nur laufen die Blätter hier in wundervoll kräftig geschwungenen Spitzen aus, während sie im Dom breit gerundet sind. Die Ueber- .Männersynagoge. Portal, Archivolte gangsform von der Eckknolle zur Klaue tritt, ähnlich wie hier vom vierten Joch der Seitenschiffe an im Dom auf. Mit dem östlichen Kapitell der Synagoge verwandt sind Kapitelle aus dem Kreuzgang von St. Andreas in Worms. Wörtlich gehen in ihrer Anlage die beiden Kapitelle am Ostende der Krypta des Domes von Fritzlar mit ihm überein. Hier findet sich das Motiv des korinthischen Kapitells mit den Bandsträhnen, die von Blatt zu Blatt schwingen, und der Doppelpalmettenranke in der Kehle des Kämpfers. Die Ausführung aber ist verändert: die Blattrillen sind in Fritzlar weniger tief eingegraben, die Blattrippen schlaff, müde, ohne den kräftig stoßenden Schwung des Kapitells aus der Synagoge. Die Blätter kleben flach auf dem Grund, stehen nicht wie Gitterwerk über ihm. Die Form von Fritzlar ist abgebraucht, sie muß später sein als die der Synagoge. Unmittelbar stehen einzelne Kapitelle der zerstörten Johanniskirche — sie befinden sich im Paulusmuseum1) — denen der Synagoge nahe. Es x) Heute im Städtischen Museum. D. Red. >'S3Sh>*5^. 9t