Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1935
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 80 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Bücherschau «in gewaltiger Former und Künder dieses Geistes auf. Aber zur Zeit seiner Blüte werden doch schon andere Gedanken übermächtig, die im eigentlichsten Sinne epochemachend waren: der Einstrom der jüdisch-nationalen Ideen. Der natürliche Einschnitt, den Beginn und Wirksamwerden der zionistischen Bewegung anzeigen, bildet die zeitliche Grenze. Der Reichtum des Inhalts und die Klarheit der Darstellung des Buches drücken sich schon durch stichwortartige Hinweise auf einzelne Kapitel aus. Mendelssohns Theorie vom Judentum, die Kritik durch Saul Ascher, die Aufklärungsfanatiker, die Stellung des jungen Geiger, dargestellt an den Briefen an Demburg, Luzzattos konservatives Judentum, S. R. Hirschs Begriff vom Judentum, die Neuorthodoxie, M. Sachs’ konservative Stimmung mögen eine Vorstellung von der Fülle allein des im ersten Kapitel behandelten wertvollen Stoffes geben. Der den weltanschaulichen Fragen gewidmete Abriß befaßt sich u. a. mit dem historischen und universalen Element im Judentum, mit der Stellung des Judentums in der Weltgeschichte, mit den Beziehungen von. Judentum zu den Evangelien, mit der Offenbarung, dem Veraunftsdogmatismus, mit dem Problem Philosophie und Mythos. — Wissenschaft vom Judentum: hier wird über die praktische Bedeutung der Wissenschaft zur Aufrichtung des jüdischen Selbstbewußtseins, über Geigers Einleitung in das Studium der jüdischen Theologie, Steinschneiders Auffassung vom Sinn jüdischer Geschichtsschreibung, Graetz’ „historisches“ Judentum gehandelt. Das Schlußkapitel beschäftigt sich namentlich mit ganz untheologischen Persönlichkeiten wie Heine, Moses Hess und Riesser. In Wieners grundlegender Schrift liegt der erste umfassende Versuch vor, eine Geschichte des religiösen Geistes zu erarbeiten, das zu zeigen, worum es dem Gottesglauben dieser Zeit eigentlich geht, nachdem der äußere Rahmen in der Darstellung von Reformbewegung und orthodoxer Gegenaktion schon oft gelehrte Betrachter beschäftigt hat. Kurze Buchanzeigen1* Die Schriftleitung ist nach Kräften bemüht, von allen Werken Besprechungen oder kurze Inhaltsangaben zu bringen, kann aber eine Verpflichtung dazu nicht übernehmen2). Bibliographie des jüdischen Buches. 1. Heft. Frankfurt a. M. 5694. Joel Sänger. 45 S. Zum 50jährigen Bestehen des Ordens Bne Briss in Deutschland. Frankfurt a. M. 1933. 1. Kauffmann. 203 S. Festschrift zur Feier des 100. Semesters der akadem. Verbindung Kadimah in Wien. Wien-Mödling 1933. Dr. Heinrich Glanz. 120 S. Martin Frankenburger, Rechtsstellung und Neugestaltung der bayrischen Rabbinatsbezirke. München 1932. B. Heller. 63 S. Guido Kisch, Universitätsgeschichte und jüdische Familienforschung. Halle 1934. Selbstverlag (Voranzeige). Guido Kisch, Leitfaden der jüdischen Familiengeschichte. Halle 1934. Selbstverlag (Voranzeige). Hans Kohn, Martin Buber, sein Werk und seine Zeit. Berlin 1930. S. Schocken 411 S. Elie Munk, Die Welt der Gebete. Kommentar zu den Werktags- und Sabbatgebeten nebst Uebersetzung. Frankfurt a. M. 1933. Hermon-Verlag. 374 S. x) Den Verlegern gegenüber Empfangsbestätigung. Eingänge, die aus den Bereich der Zeitschrift fallen, finden keine Berücksichtigung. 2) Die Zeitschriften- und Jahrbücherschau kann wegen Raumm.'?els ers später erscheinen. B0