Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1932-01-01 · Heft 4 · p. Seite 208

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1932
Issue
Heft 4
Article
[Rezension] / Freimann, Aaron
Date
1932-01-01
Page
Seite 208 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
spine
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2259275-2259293-2259297--3951-2261666
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

Literatur Literatur Besprechungen Bernhard Wachstein, Zur Bibliographie der Gedächtnis- und Trauervorträge in der hebräischen Literatur. 4. (= Veröffentlichungen der Bibliothek der Israelitischen Kultusgemeinde Wien VI.) Wien 1932. 8° V, 40, 63 S. In ZGJD. 3, S. 212, sind die Hefte 1—3 angezeigt. Das vorliegende Heft enthält die Generalregister zu den vier Lieferungen, und zwar: Personenregister, Namen in aufgelösten Abbreviaturen, Ortsregister und die Ortsnamen in der hebräischen Schreibung. Dadurch ist das Werk erst erschlossen. Der hebräische Teil bringt Nachträge zu den früheren Veröffentlichungen. Das Werk ist eine Bereicherung der hebräischen Bibliographie und wird auch dem Historiker von großem Nutzen sein. Frankfurt a. M. A. Freimann. Moses Mendelssohn, Gesammelte Schriften; Jubiläumsausgabe, dritter Band, erster Teil: Schriften zur Philosophie und Aesthetik, bearbeitet von Fritz Bamberger und Leo Strauss. Berlin 1932. Akademie-Verlag. LXIII u. 464 S. Der vorliegende Band enthält vor allem den Phädon und alle Abhandlungen, die mit ihm und dem in ihm erörterten Problem der Unsterblichkeit der Seele zusammenhängen, darunter auch eine korrekte Uebersetzung der hebräischen Schrift über die Seele. Es folgen Bemerkungen und Aufsätze, die durch Burkes Untersuchungen über die Ideen des Erhabenen und Schönen veranlaßt waren; ferner Mitteilungen aus Kollektaneenbüchern und eine Reihe kleinerer Aufsätze, wesentlich alles aus den Jahren 1767—82. Die Einleitungen und Anmerkungen der Herausgeber Bamberger und Strauss gestatten wiederum das geschichtliche und inhaltliche Verständnis dieser Schriften. Von besonderem Interesse ist natürlich die Einleitung zum Phädon, die seine Entstehung, sein Verhältnis zur Platonischen Vorlage und die kritische Aufnahme des Werkes erläutern. Auch die Untersuchungen über das hebräische Schriftchen, über das Verhältnis Mendelssohns zu Riedel und seine Anteilnahme am Streit über Lavaters physiognomische Leistungen bieten viel neues und wertvolles Material. Der Band setzt die Jubiläumsausgabe in würdiger Weise fort. Nürnberg. Max Freudenthal. Arthur Ruppin, Soziologie der Juden. Zweiter Band: Der Kampf der Juden um ihre Zukunft. 336 S. Berlin 1931, Jüdischer Verlag G. m. b. H. Mit dem vor kurzem erschienenen zweiten Bande liegt Ruppins „Soziologie der Juden" nunmehr abgeschlossen vor. Während der erste, von mir an dieser Stelle (Jahrg. 1931, Heft 3, S. 207 ff.) ausführlich besprochene Band des umfassenden Werkes die soziale Struktur der Juden schildert, also in der Hauptsache ein Bild der gegenwärtigen Zustände gibt, soll der zweite Band unter dem Titel „Der Kampf der Juden um ihre Zukunft" die dynamischen Potenzen aufzeigen, die die jüdische Gesellschaft beherrschen und bewegen. Von diesen Potenzen räumt Ruppin den politischen die vorderste Stelle ein und untersucht daher gleich im ersten Abschnitt die „Politischen Kämpfe". Mit vollem Recht, da weder der Kampf um bürgerliche Gleichberechtigung (trotz ihrer formalen Geltung) noch das Ringen um kulturelle Autonomie (im Rahmen der Minderheitenschutzverträge) noch gar die Abwehr des gesellschaftlichen Antisemitismus als abgeschlossen betrachtet werden können, von ihrem Ausgang vielmehr das künftige Schicksal der Juden in einer Reihe von Ländern in hohem Grade abhängig sein wird. Jedenfalls treten ihnen gegenüber die im zweiten Abschnitt geschilderten „Wirtschaftlichen Kämpfe" an Bedeutung zurück, wenigstens in West- und Mitteleuropa und in den überseeischen Ländern, während sie allerdings in Osteuropa nach dem Weltkriege an Schärfe außerordentlich zugenommen haben. Ruppins Darstellung beschränkt sich deshalb hier im wesentlichen auf die Wirtschaftsnot der Juden in Ost-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.