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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1932-01-01 · Heft 1 · p. Seite 57

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1932
Issue
Heft 1
Article
[Rezension] / Scheyer, Ernst
Date
1932-01-01
Page
Seite 57 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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Literatur II. Elisabeth Moses: Jüdische Kult- und Kunstdenkmäler in den Rheinlanden. (S. 99—201.) Es ist freudig zu begrüßen, daß endlich das seit der Jahrtausendausstellung der Rheinlande in Köln (1925) gesammelte Material der „Jüdischen Abteilung" schönen Form zugänglich gemacht wird. Elisabeth Moses, Assistentin am Kölner Kunstgewerbemuseum, die in Zusammenarbeit mit Rabbiner Dr. Kober diese Abteilung betreute, bringt nun die Ernte ihrer Arbeit ein. Besonders erfreulich ist es, daß der „Rheinische Verein für Denkmalpflege und Heimatschutz" diese Arbeit in die Reihe seiner Publikationen aufgenommen hat, wodurch hier eine breitere und nicht ausschließlich auf jüdische Kreise ausgedehnte Wirksamkeit gewährleistet ist. Mit Stolz kann das Judentum des Rheinlandes auf das Alter, die Qualität und Quantität seiner Kunstdenkmäler zurückblicken. Hierin übertrifft es alle übrigen deutschen Landesteile. Dies hat es aber auch hier wieder mit ihnen gemeinsam, daß es einen besonderen jüdischen Stil nicht gibt, daß auch hier Kunst und Kunsthandwerk nur Spiegelung der deutschen Umwelt ist. Um so weiter wir zeitlich zurückgehen, um so monumentaler tritt uns diese Verbundenheit mit der deutschen Kultur entgegen: in der spätromanischen Synagoge zu Worms wie in der Kölner Handschrift der Mischne-Thora des Maimonides (1295) und der Darmstädter Pesach-Hagadah um 1410. Auch im Rheinlande läßt sich der Anteil des Juden an diesen Künsten nur für alle textilen, kalligraphischen, miniaturistischen Zweige des Kunsthandwerks nachweisen, während er in allen Metall verarbeitenden und in der Architektur, so lange die mittelalterliche Zunftverfassung Geltung hatte, fast ausgeschlossen erscheint. Diese Arbeit will in aller Bescheidenheit nur Führer und Hinweis zur wissenschaftlichen Weiterforschung sein. Die Klarheit der Schilderung wie die ausgezeichneten Bildbeigaben des Museumsphotographen Emil Herrmann machen sie schon jetzt über ihren lokalen und konfessionellen Wirkungskreis hinaus zu einem sehr brauchbaren, knappen Kompendium jüdischer Kultaltertümer. Breslau. Ernst Sdieyer. Hans Spangenberg, Territorialwirtschaft und S t a dt w i rt s c h a f t. München und Berlin 1932. R. Oldenbourg. VII und 148 S. Wolf gang Schnelbögl, Die innere Entwicklung der bayerischen Landfrieden des 13. Jahrhunderts; Deutschrechtliche Beiträge, hgg. von Konrad Beyerle, Band 13, Heft 2; Heidelberg 1932. Carl Winter. 554 S. Der Verfasser der an erster Stelle genannten ausgezeichneten wirtschaftsgeschichtlichen Studie hat sich die Aufgabe gestellt, zu prüfen, ob die Wirtschaftsstufentheorien Schmollers und Büchers, die in Uebereinstimmung mit G. von B e I o w die intensivere Einflußnahme des Staates auf das ökonomische Leben erst mit dem Anfang der Neuzeit beginnen lassen, dem tatsächlichen historischen Verlaufe entsprechen. Zur Beantwortung der Frage, ob der mittelalterliche Staat das wirtschaftliche Leben gar nicht oder nur vereinzelt beachtet hat, wird die wirtschaftliche Entwicklung der deutschen Landschaften vom 12. und 13. bis zum 16. Jahrhundert unter dem besonderen Gesichtspunkt des Verhältnisses von Landesherrschaft und Stadt dargestellt. Dabei wird auf S. 43 f. auch des Kreditgeschäftes der Juden gedacht, das seitens der Landesherren, der Inhaber des Judenregals, verschiedentlich Einschränkungen erfahren hat. Von solchen berichtet ferner das an zweiter Stelle genannte verdienstliche und umfassende Werk über die bayerischen Landfrieden des 13. Jahrhunderts, von denen die Gesetze von 1244 und 1256 gemäß der kanonischen Lehre der Öeffentlichkeit in einer so 57

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