Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1931
- Issue
- Heft 4
- Article
- Zur Statistik des jüdischen Schulwesens in Breslau von 1834-1844
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 280 (sequence 1)
- Language
- German
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Zur Statistik des jüdischen Schulwesens in Breslau von 1834—1844. Von Erich Klibansky. In Ergänzung der Ausführungen von A. Menes im letzten Heft dieser Zeitschrift (Jahrg. 3, S. 203ff.) seien hier die entsprechenden statistischen Angaben für die Stadt Breslau nach Akten des dortigen Staatsarchivs (Rep. 14 P.A. IX 10 a) zusammengestellt, da sie sich über ein ganzes Jahrzehnt erstrecken und erkennen lassen, wie von Jahr zu Jahr die Bevorzugung christlicher Schulen durch die jüdische Elternschaft gewachsen ist, bis sie — wenigstens in Breslau — bereits im Jahre 1840 die jüdischen Schulen an Bedeutung immer mehr zurücktreten ließ. Natürlich war diese Entwicklung zuerst und stärker in den Städten zu beobachten, während das flache Land erst allmählich gefolgt ist. Jahr Zahl der jüd. Einwohner Zahl der jüd. Kinder schulpflichtigen Alters davon besuchen Zahl der jüd. Lehrer christl. Schulen jüd. Schulen 1834 5073 697 274 387 28 1835 — 708 291 408 29 1836 — 863 389 472 27 1837 — 879 401 477 26 1838 5413 939 426 512 27 1839 — 989 482 505 25 1840 5714 953 501 447 30 1841 — 1016 572 438 28 1842 — 1031 606 424 25 1843 6339 1156 695 460 26 1844 — 801 390 393 26 Der Rabbiner Samuel Belassar in Regensburg und seine Sabbatstube. Von Moritz Stern. Alexander Pinthus hat in dieser Zeitschrift, Jahrg. 2, S. 291, aus Berliner „Aus dem inneren Leben der deutschen Juden im Mittelalter" (1871), S. 21—22, die Schilderung des Chronisten Anseimus de Parengar von der Wohnung des Hochmeisters Samuel Belassar in Regensburg mitgeteilt. Berliners Quelle ist E. Hechts „Beschreibung eines jüdischen Hauses am Sabbath zur Zeit des Mittelalters" im Jahrbuch für Israeliten 5617, herausgegeben von J. Wertheimer, Neue Folge, Wien 1856, Jahrg. 3, S. 168— 169. Die Beschreibung ist von Berliner wörtlich wiederholt, nur heißt bei Hecht der Rabbi: Schmuel Balasser, und es ist nicht nur von Wänden, sondern von „nassen, schmutzigen, stinkenden Wänden" die Rede, an denen entlang man sich bis zum Hintergebäude „forttappen" mußte. Die 280 Wiedergabe Berliners wurde von J. Abrahams, Jewish life in the middle ages (1896), S. 149—150, von Berliner selber in seinem Buche „Aus dem Leben der deutschen Juden im Mittelalter" (1900), S. 36—37 (auch hier der Druckfehler Hofmeister statt Hochmeister), von J. Münz, Jüdisches Leben im Mittelalter (1930), S. 40—41, und nunmehr von Pinthus wiederholt. Der ganze Bericht stammt aus dem Reiche der Phantasie, und es ist an der Zeit, daß er aus wissenschaftlichen Darstellungen) verschwindet. Hecht gibt für seine „Beschreibung" des Chronisten Anseimus keine Literatur an. Er verschweigt, wo sich die Chronik handschriftlich oder gedruckt befindet, oder wo der Auszug daraus erzählt ist. Einen Chronisten Anseimus de Parengar gab es nicht. Ebenso wenig einen Schmuel Balasser oder Samuel Belassar, weder in Regensburg noch sonstwo, weder im 15. Jahrhundert —