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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1931-01-01 · Heft 2-3 · p. Seite 146

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1931
Issue
Heft 2-3
Article
[Rezension]
Date
1931-01-01
Page
Seite 146 (sequence 2)
Language
German
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Juden angesprochenen Jakob Kohnaus Massow i. Pom. und Joel Bloch aus Meseritz sind trotz ihrer verlockenden Namen Christen (Jahrb. XIV, S. 222—227, Zeitschr. d. hist. Vereins f. d. Reg.-Bez. Marienwerder VI, 84). Gebete des Arztes (S. 115) gibt es auch von Jehuda Halewi (s. Geiger Nachg. Sehr. III, 115 ff.. Knesset Jisrael III, 70), drei Anonymen und Markus Herz (Landshut, S. Bikkur Cholim, Berlin 1867, S. VII f., 1). Allgemeine Gebete für Genesung nichtjüdischer Patienten s. das. S. III f. Ein Pendant zu dem Spottgedichte auf jüdische Aerzte (S. 115) bietet das Stoßgebet, das 1715 den Posener Chirurgen gegenüber dem jüdischen Wettbewerb in den Mund gelegt wurde (Jahrb. a. a. O. IX, S. 384f.). Der Arzt Qö^SB (S. 149) scheint mit der Aerztedynastie Fortis (Jahrb. XV, S. 61 f.) in Zusammenhang zu stehen. Der Verfasser des Simchath hanefesch, Elchanan Kirchhan (S. 153), ist aus Kirchhain in Hessen (MGWJ. 1928, S. 554). Die Frage nach der Bedeutung des Titels „Maphteach Hajam" (S. 159) beantwortet der Verfasser auf dem Titelblatte (Vignette mit Schlüssel) und dem Vorworte dahin, daß das Sehnen des Herzens nach Thora so unstillbar sei wie das Meer. Das Verzeichnis der medizinischen Literatur in jüdisch-deutsch (S. 163) ist zu ergänzen durch manan Anhang zum D^nno, Amsterdam 1703 (Freudenthal, Aus der Heimat. Mendelssohns, S.298), und -nafero Amsterdam 1717/18, Anhang, woraus Proben in „der Oberschlesier", Oppeln 1927, S. 635 ff. Der S. 173 mit sechs Fragezeichen versehene Dr. Jakob Borchardt war in Jastrow (Westpr.) am 29. Dezember 1804 geboren, lebte 1854 als Sanitätsrat in Bromberg und starb am 30. Januar 1867 (Herzberg, Gesch. d. J. in Bromberg, S. 82 f., Mitteil, des Gesamtarch. d. d. Juden II 23, Anm. 1). Louis Lewin. Arthur Galliner, Sigismund Stern, der Reformator und der Pädagoge. Frankfurt a. M. Englert & Schlosser 1930. 190 S. In der Reihe der von der Historischen Kommission der Stadt Frankfurt herausgegebenen „Frankfurter Lebensbilder" erscheint die Biographie S. Sterns (1812—67), der sowohl als Gründer der Berliner jüdischen Reformgemeinde wie als Leiter des Frankfurter Philantropins in der Geschichte der deutschen Juden seinen Platz hat. Die vorliegende schöne Darstellung läßt das Bild einer über das Maß des gewöhnlichen hinausgehenden Persönlichkeit erstehen. Stern vermag sich auch in der Reihe der bedeutenden Gestalten, über die das deutsche Judentum in der Mitte des 19. Jahrhunderts zu verfügen hatte, wohl zu behaupten. Er hat es sein Leben lang nicht verleugnet, daß er an der Berliner Universität Schüler von Schelling, Hegel, Schleiermacher u. a. gewesen, und wir sehen ihn von jener hochgemuten Stimmung erfüllt, mit der das 19. Jahrhundert verheißungsvoll anhebt. Wir lernen die vielseitigen literarischen Beziehungen kennen, die Stern in jungen Jahren im „Tunnel über der Spree" knüpft, jener Berliner Dichtergesellschaft, von der Moritz Lazarus (in seinen Lebenserinnerungen) und Fontane (das literarische Berlin) so interessant zu plaudern wissen. Ein Jahrzehnt der kurzen Lebenszeit Sterns gehört der geistigen und organisatorischen Grundlegung der Berliner Reformgemeinde. Galliner bereichert das im wesentlichen aus den Darstellungen Holdheims und Seligmanns bekannte Bild durch neues Akten- und Briefmaterial — z. T. aus Familienbesitz —. Als besonders interessant mag uns heute erscheinen, daß Stern schon im Jahre 1843 eine Landesorganisation der Juden in Preußen gefordert hat. Die Hälfte des Buches nimmt die Darstellung der Sternschen Tätigkeit in Frankfurt a. M. ein. Seine organisatorische und pädagogische Wirksamkeit, die in nur 12 Jahren erstaunlich reich und fruchtbar gewesen sein muß, wird von dem Schulmann mit besonderer Liebe und besonderem Verständnis dargestellt. Das auch äußerlich sehr schön ausgestattete Buch ist ein würdiges Denkmal eines Mannes, dem nach Ludwig Geigers Wort „ideales sittliches Streben, unbeugsamer Mut, Gewandtheit und Konsequenz eignete". Einige Druckfehler (Gründung der freien Schule in Berlin 1878!, p. 30, des Sanhedrins in Paris 1870!, p. 31) wird jeder Leser selbst korrigieren können. Leo B a e r w a 1 d. 146

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