Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1931-01-01 · Heft 2-3 · p. Seite 145

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1931
Issue
Heft 2-3
Article
[Rezension]
Date
1931-01-01
Page
Seite 145 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2259275-2259288-2259291-2260981--3471-2261109
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Abbildung von Regensburger Judensiegeln zeigen. Bei dter geringen Bedeutung der Juden in Salzburg mußte Verf. naturgemäß bemüht sein, die wenigen Nachrichten, die überhaupt vorhanden sind und die er mit bewundernswertem Spürsinn zusammengetragen und geprüft hat, möglichst auszuwerten, nicht zum Vorteil des Ganzen, das dadurch etwas zu breit geraten ist. Der Mangel an Nachrichten verleitet Altmann oft, in Personen Juden zu sehen, die keine waren., z. B. die 1,105 genannten Brüder, die in salzburgischen Kriegsdienst getreten sind, oder 2,9 der „Jude Haunis", der nur einem Lesefehler (o, diese schwierige Paläographie!) seine Existenz verdankt und richtig ein biederer „Hanns Jud" in Piesendorf war, oder Orte zu Judensiedlungen zu stempeln, die auf einen Besitzer namens Juto, Juta o. ä. zurückgehen werden. Durch Heranziehung der jüdischen Literatur, die in der bisherigen Landesgeschichte niemals benützt wurde, bietet das Werk, dessen zweiter Band besonders von reichem kulturgeschichtlichen Interesse ist, auch für den Nichtjuden manches Neue. Es ist mißlich, ein vor 17 Jahren erschienenes Werk besprechen zu müssen, weil man überzeugt sein darf, daß der Verfasser heute selbst über sein Werk hinausgewachsen ist und manches jetzt anders schreiben würde. Deshalb wollen» wir wegen der Legion von Lese- und Druckfehlern im ersten und dem leider auch noch zahlreichen im zweiten Bande nicht rechten. Sie sind gleichwie das verschiedene Format der beiden Bände, eine bedauerliche Beeinträchtigung des fleißigen und verdienstvollen Werkes, das in den Anhängen Urkunden und Aktenstücke veröffentlicht. F. Martin. Samuel Krauß, Geschichte der jüdischen Aerzte yom frühesten Mittelalter bis zur Gleichberechtigung. Preisgekrönte Arbeit. Durchgesehen vom Dozenten Dr. Isidor Fischer-Wien. Moritz Perles, Wien und Leipzig 1930. Das Werk ist das inhaltreichste und instruktivste, das das jüdische Schrifttum über den Gegenstand aufzuweisen hat. Es überragt seine Vorgänger durch seine Pragmatik. Ein Teil des Materials ist infolge mangelnder Deckung der Druckkosten unveröffentlicht geblieben. Trotzdem ist das Gebotene reich und mannigfaltig. Wenn der Verfasser dem Stoffe mit noch schärferer Kritik gegenübergestanden hätte, wäre manche Unebenheit vermieden worden. Der Historiograph der Frankfurter (a. M.) Bürgerzwiste hieß nicht Briegh (SS. X, 32 f., 38, 59), sondern Kriegk. Der mit Solkow bezeichnete Druckort (S. 159 f.) ist Zolkiew im ehemaligen Galizien. Die bis etwa zum ersten Drittel des 19. Jahrhunderts reichende Liste aller jüdischen Aerzte (Z. f. h. B., XVII 63 bis XXIII 62) zählt etwa 3100 Namen. Ferner zählt die von Krauß, S. 10 Anm., als nicht herausgegeben bezeichnete des Rezensenten — sie ist nur im Korrekturbogen vorhanden — rund 300, mit dessen hinzugetretenen Ergänzungen dürfte die Anzahl der bisher verzeichneten wohl etwa an die 4000 heranreichen. S. 25 heißt es: „In Polen hat es im 16. und 17. Jahrhundert wirklich einen jüdischen Aerztestand gegeben." In Wirklichkeit bereits im Mittelalter: Hofärzte (Meisl, Haskala, Berlin 1919, S. 4); im 15. Jahrhundert in Lublin (Meisl, Gesch. d. J. in Polen u. Rußland I, S. 112); 1465, 1469 und 1492 in Krakau (Wetstein im Hamizpeh 1907, Nr. 33, S. 6); 1468 und 1496 in Lemberg sowie 1496 in Kazimierz bei Krakau (Schipper, Studya nad stosunkamy gospodarczymi zydow co Polsce, Lemberg 1911, S. 250 ff.)- Der S. 73 genannte Posener Arzt hieß nicht Moyses Julka, sondern Judka, ein polnisches Diminutiv für Juda (Jahrb. jüd.-lit. Ges. IX, 379, Anm. 1). S. 79: Der erste Wiener diplomierte (1787, promovierte?) Isaak Meyer Frankenstein ist nicht identisch mit dem Lenzycer Kreisphysikus Dr. Samuel Wolf Frankenstein, der 1787 in Königsberg promovierte (Menorah 1929 S. 358). Weshalb wird S. 80 gesagt, daß der erste in Wien promovierte (1789) Abr. Sam. Ackord gewesen sei? Ein Widerspruch waltet auch S. 80 f. und 81, Anm. 226, bezüglich der ersten Studenten in Frankfurt a. O. In Wahrheit hat aber Tobia Kohen recht, wenn er sagt, daß er und sein Freund Gabriel die ersten Juden an der dortigen Universität gewesen seien (1678). Die auch von K. S. 84 als 145

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.