Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1931
- Issue
- Heft 2-3
- Article
- Dissertationenliteratur zur Geschichte der Juden aus den Jahren 1922 bis 1928
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 118 (sequence 2)
- Language
- German
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Guido Kisch. Dissertationenliteratur zur Geschichte der Juden aus den Jahren 1922 bis 1928 veröffentlichten in früheren Jahren wertvolle Verzeichnisse der Neuerscheinungen zur Geschichte der Juden in Deutschland, nach Erscheinungsjahren und Landschaften geordnet, von Georg Herlitz bearbeitet. Diese Berichterstattung ist mit der Publikationstätigkeit des Gesamtarchivs der deutschen Juden seit Jahren schon zum Stillstand gekommen. Die Abteilungen für Referate und Rezensionen in der „Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums" und im „Jahrbuch der jüdisch-literarischen Gesellschaft zu Frankfurt am Main" können ebensowenig einen Ersatz bieten wie die in der ersteren Zeitschrift bisweilen erscheinenden verdienstlichen Sammelreferate, weil Vollständigkeit der Angaben von vornherein nicht angestrebt wird. Beachtenswert sind dagegen die von Israel Rabin bearbeiteten Zuwachsverzeichnisse der Bibliothek des Jüdisch-theologischen Seminars in Breslau, welche seit einigen Jahren in den Jahresberichten dieser Anstalt erscheinen. Ebenso die seit 1924 von der Jerusalemer Universitätsbibliothek herausgegebene bibliographische Zeitschrift „Kirjat sefer", die ein genaues Verzeichnis der palästinensischen Neuerscheinungen in allen Sprachen sowie der jüdischen Publikationen außerhalb Palästinas führt. Natürlich ist aber eine vollständige Erfassung der Literatur zur Geschichte der Juden in Deutschland, die sich in vielen lokalhistorischen Zeitschriften und zahlreichen Zeitungen verstreut findet, von Palästina aus kaum möglich. Außerdem bildet die hebräische Sprache ein Hemmnis für die Verwendung dieser Bibliographie in weiteren wissenschaftlichen Kreisen. Von großer Wichtigkeit ist schließlich, daß die seit drei Jahren wieder erscheinenden „Jahresberichte für deutsche Geschichte" der „Geschichte des Judentums im Mittelalter und in der Neuzeit" eine Abteilung eingeräumt haben, in welcher regelmäßig die selbständigen Erscheinungen angezeigt und die deutschen historischen Zeitschriften exzerpiert werden3). Die Aufgabe, eine Gesamtbibliographie des judaistischen Schrifttums zu schaffen, ist an Inhalt und Umfang überaus groß und an Bedeutung außerordentlich wichtig für die Pflege der Wissenschaft des Judentums. Sie dürfte wohl bedeutsam genug erscheinen, um einen Verhandlungsgegenstand auf dem geplanten Weltkongreß der Wissenschaft des Judentums zu bilden. Das Ziel könnte nur durch internationales Zusammenwirken aller daran interessierten wissenschaftlichen Kreise erreicht werden. Bis zu dem — wie ich leider fürchten muß — noch fernen Zeitpunkt, in welchem die Organisation einer solchen Gesamtbibliographie mit fortlaufenden Ergänzungen gelingt, heißt es, auf kleineren Gebieten, wenn auch in noch so bescheidenem Maße, positive Arbeit leisten. Der Arbeitsbereich der vorliegenden Zeitschrift weist auf die Bibliographie zur Geschichte der Juden in Deutschland hin. Im ersten Bande .hat Heinrich Loewe mit bibliographischen Notizen zur Geschichte der deutschen Juden in dankenswerter Weise den Anstoß gegeben und einen Anfang gemacht. Im letzten Hefte des vorigen Jahrgangs ist eine Fortsetzung gefolgt. Die nachfolgende Zusammenstellung der deutschen Dissertationenliteratur, die jüdisch-wissenschaftliche Themen behandelt und die Jahre 1922—28 umfaßt, möchte ebenfalls einen bescheidenen Baustein zum künftigen großen judaistisch-bibliographischen Gebäude beitragen. Sie bildet ein Nebenergebnis der Durchsicht der seit 1922 wieder regelmäßig erscheinenden „Jahresverzeichnisse der an den deutschen Universitäten und Hochschulen erschienenen Schriften", die zu anderen wissenschaftlichen Zwecken vorgenommen worden ist. Die dabei ausgezogenen Titel von Schriften zur Geschichte der Juden habe ich in systematische Ordnung gebracht. Die Arbeiten allgemeinjüdischen Inhaltes sind nicht ausgeschaltet worden, also auch solche Schriften haben Aufnahme gefunden, die wie z. B. die Arbeiten über die Geschichte des jüdischen Rechtes jüdische Themen behandeln, aber nicht die Juden in Deutschland zum ausschließlichen Untersuchungsgegenstande machen. Auf diese Weise wird ein Ueberblick über die gesamte deutsche jüdisch-wissenschaftliche Dissertationenproduktion gewonnen. Dies anzustreben, schien mir besonders mit 3) Vgl. Bandl., 1925, S. 125; IL, 1926, S. 112L; III., 1927, S. 95f.; IV., 1928, S. 75, 324 ff. 118