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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1931-01-01 · Heft 1 · p. Seite 78

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1931
Issue
Heft 1
Article
[Rezension]
Date
1931-01-01
Page
Seite 78 (sequence 2)
Language
German
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mann) und den Artikeln, die dem besonderen Charakter dieser jüdischen höheren Schule Rechnung tragen, auch einige Aufsätze von allgemeiner Bedeutung. Josef Caro deutet Bernard Shaw, den Menschen und Schriftsteller. Besonderes Interesse verdienen Meier Schülers „Beiträge zur Kenntnis der alten jüdisch-deutschen Profanliteratur". Gestützt auf ältere Studien von Steinschneider, Grünbaum, Karpeles, Perles u. a. stellt er eigene Untersuchungen an über die in deutscher Sprache mit hebräischen Schriftzeichen vorhandene Volksliteratur der Juden. Er zeigt, daß Juden nicht nur an der Lyrik (Süßkind vonTrimberg), sondern seit dem 14. Jahrhundert auch an der Heldendichtung Anteil genommen und insbesondere die altdeutschen Volksbücher für ihre „Weiber und Meidlich" zugänglich gemacht haben, „um einem dringenden Bedürfnis Rechnung zu tragen". Artushof und Sigenot, Kaiser Octavian, die sieben weisen Meister von Rom, Till Eulenspiegel und die Schildbürger, Preziose (aus dem Spanischen über Holland) und „Schön artliche Geschichten" (aus Boccaccio) halten ihren Einzug in die Judengasse; zumeist in gutem sauberen Deutsch, nur wenig durchsetzt mit hebräischen Wörtern und selten aus religiösen Gründen abgeändert, sollten sie zur Unterhaltung, aber auch zum richtig lesen und sprechen lernen dienen. Original- Schöpferisches findet sich kaum. „Eine schöne Maasse mit vier Sauchrimvon Prag" vom Ende des 17. Jahrhunderts mag als selbständige jüdisch-deutsche Erzählung angesprochen werden. Des weiteren setzt sich Max Münk (Zum Problem einer jüdischen Symbolik) mit S. R. Hirschs „Grundlinien einer jüdischen Symbolik" auseinander und sucht sie zu vertiefen, Salomon Adler berichtet an Hand des Aktenmaterials von dem „ersten Plan zur Gründung einer jüdischen Schule mit profanem Unterricht in der Frankfurter Judengasse", ein Ausschnitt aus der Geschichte der zur Emanzipation hinstrebenden Frankfurter Gemeinde. Eine hebräische Publikation „Kommentar des Meiri zum Traktat Chagiga", nach Handschriften herausgegeben von Markus Lange, beschließt die mit einigen Bildtafeln geschmückte Festschrift. Arthur G a 11 i n e r. 78 Ernst Cohn-Wiener, Die jüdische Kunst, ihre Geschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart. Martin Wasservogel-Verlag, Berlin 1930. Ein Versuch, alles, was durch Quellen:- bearbeitung, Ausgrabungen, kunsthistorische Forschung und Sammlertätigkeit von künstlerischer Arbeit der Juden bekannt geworden ist, in eine systematische Ordnung zu bringen. Der Verf. geht bis auf die Nomadenzeit Israels zurück, untersucht die Bedeutung der Stiftshütte, deren Beschreibung die Schrift überliefert, die Kunst Kanaans vor Eindringender zwölf Stämme, die dort geschilderten Bauten Davids, Salomos und der späteren Könige, soweit diese Werke rekonstruierbar sind. Eindrucksvolle Architekturen werden aus der Epoche des hellenistischen Palästina in Bild und Wort vorgeführt: der selbst in seinen erhaltenen Resten noch imponierende Palast in Arak il Emir, der als Residenz Johann Hyrkans des Makkabäers angesprochen wird, der Tempel und die Burg des Herodes und dessen prunkvolle Stadterneuerungen. Es folgt die stolze Reihe monumentaler Synagogen in hellenistischen Formen, vorzügliche, römisch anmutende Mosaiken, die durch ihren biblischen Darstellungsinhalt oder durch ihre Symbolik ihren Zusammenhang mit jüdischen Kult-oder Palastbauten verraten. Aus Rom werden Katakombenmalereien vor allem der Vigna Randanini und einige Sarkophagfragmente besprochen. Freilich drängt sich hier schon die Frage auf, inwiefern diese sicher in jüdischem Auftrage und für jüdische Zwecke ausgeführten Werke der Architektur, Malerei und Plastik als jüdische Kunst anzusprechen seien. Das Haus Davids wurde durch den König der Phönizier Hiram von Tyrus errichtet. Auch Salomo wandte sich für seine Bauten an dieses Nachbarvolk. Die Reste des Palastes in Arak il Emir zeigen hellenistische Formen, die Werke des Herodes sind rein römisch. Aber auch die Synagogen Palästinas sind für jüdische Zwecke adaptierte Römerbauten; waren jüdische Architekten oder Handwerker an ihnen überhaupt beteiligt? Waren sie es an den hellenistisch-römischen Mosaikarbeiten, deren eine nebst spär-

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