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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1930-10-01 · Heft 3 (Oktober 1930) · p. Seite 252

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1930-1931
Issue
Heft 3 (Oktober 1930)
Article
[Rezension]
Date
1930-10-01
Page
Seite 252 (sequence 2)
Language
German
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Verf. keineswegs des Juden Süß persönlich wie sozial bedingte Verfehlungen und Charaktermängel. Die Verf. betont den „grandiosen, beinahe verbrecherischen Haß, der den Juden an die Seite des Fürsten treten und .gegen die Landschaft wirken heißt". Die Verf. beleuchtet ferner die objektiven verfassungspolitischen Hintergründe der ständischen Feindschaft, der er schließlich erliegt. Um so überzeugender wird dem Leser dieses Ende als krasser Justizmord vor Augen geführt. Sorgfältig gesiebte und wiedergegebene Quellenstücke verstärken den dokumentarischen Charakter der Abhandlung. Ein Personenregister erleichtert die Benutzung. Ich erkenne an, daß Süß Oppenheimer, indem er „dem Gedanken die Handlung, dem Leiden den Genuß, der Ethik die Aesthetik, dem Dulden die Tat gegenüberstellte, indem er an die Stelle des alten Ghettoideals das von der Aufklärung gepredigte Persönlichkeitsideal setzte . . ., einen neuen reicheren jüdischen Menschentypus voll .seelischer Spannung und Weite" geschaffen hat. Daß er aber dadurch Büchereingaiig Otto Hupp, Scheltbriefe und Schandbilder, ein Rechtsbehelf aus dem 15. und 16. Jahrhundert. München 1930. (Selbstverlag.) Die Schrift enthält auf S. 23 ein jüdisches Schmähbild. Herbert Doms, Der selige Albertus Magnus. Breslau 1930. (Müller & Seiffert.) Aus Geschichte und Leben der Juden in Leipzig. Festschrift zum 75 jährigen Bestehen der Leipziger Gemeindesynagoge. Leipzig 1930. J. Goldberg, Die Geschichte der Israelitischen Religionsgemeinde zu Plauen. Zum 6. April 1930. Marcus Harmelin, Zum 100 jährigen Bestehen der Firma, 1830—1930. Arthur Kronthal, Aus einem jüdischen Leben des vorigen Jahrhunderts. Sonderdruck der „Jüdischen Familien-Forschung", 1930. (S. 141) „dem in Geistigkeit und Grübelei erstarrten Juden das naturhafte Empfinden, die Beziehung zu der Erde, die rähigkeit des Erlebens" „geschenkt" hat, kann ich weder erkennen noch glauben. Wie sollte auch eine solch erhabene, selbst heute noch nicht völlig vollzogene und stets in Frage gestellte Wirkung von einem Manne ausgehen, der — wie die Verf. selbst betont — seine jüdischen Zeitgenossen vorwiegend erschreckt und schließlich erst durch sein jüdisch frommes Ende versöhnt hat, um dann doch schließlich selbst in ihrem Gedächtnis als der „prunkende, sein Schicksal herausfordernde Emporkömmling" (S. 175) fortzuleben. Gewisse Widersprüche sind nicht im Stande, die Freude und Dankbarkeit, die die Gesamtleistung der Verf. auslöst, zu vermindern. Als Leistung einer Frau, die sich vom modischen soziologischen Geschwätz ebenso fernhält wie von der formlosen und gedankenarmen Stoffkollektion mancher Kollegin, verdient das Buch von Selma Stern seine besondere uneingeschränkte Anerkennung. Arnold Berney. Gustav Cohn, Der jüdische Friedhof. Frankfurt a. M. 1930. (Franzmathes Verlag.) Alexander Szanto, Der Zionismus, eine Utopie. Berlin 1930. (Verlag Aufklärung und Fortschritt.) Rudolf Hallo, Geschichte der Familie HaUo. Kassel 1930. (Privatdruck.) Salomo Rappaport, Agada und Exegese bei Flavius Josephus. Frankfurt a.M. o. J. (J. Kauffmann Verlag.) S. Müller, Von jüdischen Bräuchen und jüdischem Gottesdienst. Karlsruhe o. J. (Verlag Boitze.) William Rosenau, Jüdische Sitten und gottesdienstliche Gebräuche. Ins Deutsche übertragen von Berta Badt- Strauss. Berlin 1929. (Verlag „Jalkut".) The Menorah Journal. May 1930. Adolf Altmann, Geschichte der Juden in Stadt und Land Salzburg. Frankfurt a. M. 1930. (David Droller.) 252

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