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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1930-10-01 · Heft 3 (Oktober 1930) · p. Seite 247

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1930-1931
Issue
Heft 3 (Oktober 1930)
Article
Zur Moses Mendelssohn-Bibliographie [Nachricht]
Date
1930-10-01
Page
Seite 247 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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Miszellen Zur Moses Mendelssohn-Bibliographie. Zu Zeitschr. I, S. 288 f., verweist uns Dr. Hermann Meyer, Berlin, darauf, daß nach Gustav Partey: Die Mitarbeiter an Friedrich Nicolais Allgemeiner Deutschen Bibliothek, Berlin 1842, S. 18, Mendelssohn nur unter folgenden Chiffren schrieb: © (in Bd. 1—6, 1765—176S), Q (in Bd. 7—12,1768—1770) und Am (in Bd. 13—18, 1770—1772), während das Signum 33* (das. S. 4,34) dem Rector Crome in Lüneburg angehört, dessen Rezensionsgebiet orientalische Literatur war. Wenn auch Parteys Angaben nicht immer ganz zuverlässig seien, so verdienten sie in diesem Falle Beachtung, da Mendelssohn niemals über orientalische Literatur, dem Hauptinteressengebiet der „Bützowischen Nebenstunden", in der ADB. geschrieben hat. Diese Rezension ist auch in die von G. B. Mendelssohn herausgegebenen „Gesammelten Schriften" Moses Mendelssohns, Leipzig 1843—45, nicht mitaufgenommen worden (vgl. Bd. 4, Abt. 2, S. 461—564). Irgendein Beweis dafür, daß die betr. Rezension tatsächlich, wie Tychsen vermutet, von Mendelssohn stammt, sei somit aus dem gedruckt vorliegenden Material nicht zu erbringen. Ausländische Juden im Kirchenstaat während der Revolution 1848/49. Wenn ich an dieser Stelle auf das Kapitel „Ebrei esteri" meiner Abhandlung „Gli israeliti dello Stato Pontificio e la loro evoluzione politico sociale nel periodo del Risorgimento Italiano fino al 1849", erschienen in der Rassegna Storica del Risorgimento Italiano, Fase. 4°, 1929, hinweise, so geschieht es in der Hoffnung, daß von kompetenter Stelle weitere Notizen über einige der dort erwähnten Persönlichkeiten gesammelt werden. Wohl um den Fremdenverkehr, auf den der Kirchenstaat seit Jahrhunderten als eine seiner Haupterwerbsquellen angewiesen war, nicht zu schädigen, war den außeritalienischen und selbst den aus anderen Orten des Kirchenstaats sowie aus anderen Staaten Italiens stammenden Juden nicht vorgeschrieben, im Ghetto von Rom, auf welches die daselbst geborenen Juden beschränkt waren, zu wohnen. Uebrigens ward von den Behörden des Königreichs Neapel, wo nach den Gesetzen kein einziger Jude Wohnsitz nehmen durfte, den auf der Durchreise begriffenen gegenüber, wohl aus dem angegebenen Grunde, mit gleicher Liberalität verfahren. War dagegen ein ausländischer Jude politisch verdächtig, so suchten natürlich beide Regierungen seinen Eintritt in den betreffenden Staat zu hindern, oder ihn, falls bereits erfolgt, zur Ausweisung zu schreiten. Um seinem Eintritt in den Kirchenstaat vorzubeugen, wurde im Oktober 1838 der Name des Juden Isidor Schlesinger vom Gouverneur Roms seinen Untergebenen mitgeteilt. Als seine Heimat wird Frankreich angegeben, aus welchem Lande er wegen politischer Vergehen verbannt wäre. Sein Name läßt"vermuten, daß der Träger ein deutscher, etwa elsässischer Jude war. Ebenfalls seinem Namen nach stammte aus Deutschland, wenn auch vielleicht in Schweden, und zwar Stockholm geboren, der als Stuckarbeiter bezeichnete Carl Lamm. Während des Feldzuges von 1848 im Venetianischen gegen Oesterreich gehörte er mit dem Ehrengrad eines Majors zum Generalstabe des piemontesischen Generals Durando und war eng mit dem dort kommandierenden Herzog Filippo Lante befreundet, in dessen Palast zu Rom in Via della Croce No. 85 er noch bis 1851 wohnte und an republikanischen Zusammenkünften, zu welchen auch ein Jude aus Pesaro namens Foliquo gehörte, teilnahm. Als nach Ermordung des päpstlichen Premierministers Pellegrino Rossi am 16. November 1848 von der römischen Bürgerwehr und den Soldaten, welche am Feldzug gegen Oesterreich teilgenommen, die Kanonen auf die päpstliche Residenz im Quirinalpalast gerichtet wurden, hatte auch Carl Lamm sich unter den gefährlichen Demonstranten befunden. Dieser Umstand, welcher ihn, ebenso wie die anderen, politisch genügend kompromittierte, führte dann im Februar 1851 zu seiner Ausweisung aus Rom. Was sein Vor- 247

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