Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1929-01-01 · Heft 3 · p. Seite 269

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1929-1930
Issue
Heft 3
Article
Moses Mendelssohn als Schiedsrichter [Nachricht] / Levinson, A.
Date
1929-01-01
Page
Seite 269 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
correspondence
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2259275-2259276-2259280--2669-2260131
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

Moses Mendelssohn als Schiedsrichter Miszelle von A. Levinson In einem langjährigen Prozesse des Israel Jaytel, Angestellter des bekannten Münzunternehmers Ephraim, gegen seine Tante, die Witwe Gumpertz, geb. Ephraim, und seinen ehemaligen Chef Meyer Itzig bei der Münze Sondershausen, geschieht in den Akten des Geh. St. A. auch Moses Mendelsohn's Erwähnung. — Nachdem in einer gewissen Entwickelungsphase dieses Rechtsstreites (die Gumpertz hatte an ihren Neffen und Gegner eine Wechselschuldforderung), Jaytel sich auf den Vorschlag seines Prinzipals Meyer Itzig dazu herbeigelassen hatte, seine Sache mit der Gumpertz einem jüdischen Schiedsgerichte zu unterbreiten, und zwar mit Meyer Itzig als Obmann; heißt es weiter, an der betr. Stelle der Akten, im Auszuge: Berlin, 30. April 1765. Gesuch des Israel Jaytel an den König: Abforderung seiner Handelsbücher von Moses Mendelsohn. „Später jedoch, da Meyer Itzig in der Sondershauser Münzsache durch eine falsche Namengebung zu sehr kompromittiert war, trat er seinen Vorsitz an Moses Mendelsohn ab, der auch meine Handelsbücher in Verwahrung nahm. Aber, da auch im weiteren Verlaufe die Sache keine Fortschritte gemacht, sprach der Bittsteller an den König das Gesuch aus, durch das Kammergericht seine Bücher von Moses Mendelsohn zurückfordern zu lassen." Weiteres Material über Moses Mendelssohn und seine Zeit sowie die Fortsetzung der bibliographischen Notizen mußten wegen Raummangels zurückgestellt werden. Bücherschau Mendelssohn-Literatur Fritz Bamberger, der Mitarbeiter der großen Jubiläumsausgabe von Mendelssohns Werken, hat in dem Aufsatz „Die geistige Gestalt Moses Mendelssohns" den einstweiligen Ertrag seiner Gesamtanschauung, die er auf Grund seiner Forschung gewonnen hat, vorgelegt. Die Arbeit ist als Nr. 36 der Schriften der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums (J. Kauffmann Verlag, Frankf. a. M. 1929) erschienen. Der gehaltvolle Aufsatz wendet die moderne phänomenologisch-geistesgeschichtliche Methode mit feinem Geschick auf das Problem Mendelssohn an. Von der polemischen Einstellung, die Mendelssohns bedeutender Gegner Hamann beobachtet hat, ausgehend, entwickelt er die Elemente der geistigen Gestalt Mendelssohns, die er in der Einheitlichkeit der Person gegeben sieht. In der „Festgabe zum zehnjährigen Bestehen der Akademie für die Wissenschaft des Judentums, 1919—1929" (Akademie-Verlag, Berlin) hat Ernst Cassirer einen Vortrag, den er über „Die Idee der Religion bei Lessing 269

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.