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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1929-07-01 · Heft 2 (Juli 1929) · p. Seite 176

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1929-1930
Issue
Heft 2 (Juli 1929)
Article
Mitteilungen [Nachricht] / Spanier, M.
Date
1929-07-01
Page
Seite 176 (sequence 2)
Language
German
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Kreuzzügler keine Unmöglichkeit", sei auf einige Uebertritte im 17. Jhrh. hingewiesen, von welchen Akten des Magdeburger Staats archiv berichten. Ein Aktenstück (Rep. A 2, 531) handelt von des Juden Abraham Jacob aus Neustadt bei Mainz Uebertritt zur christlichen Religion, seiner Reise nach Rom und dessen Taufe in der Domkirche zu Halle, 1652. Weiter findet sich nur die Angabe (Rep. A 3 a tit. 18, 87) von einem verloren gegangenen Aktenstück „den am 28. Dezember 1679 in der Domkirche allhier (seil. Magdeburg) getauften Juden Joseph Kohen nachmalig Mauritius Christian genannt betreffend". Dr. M. Spanier (Magdeburg). Zu dem durch seine wissenschaftlichvorsichtige Zurückhaltung ansprechenden Aufsatze des Rabbiners Levi in dieser Zeitschrift I 24—33 möchte ich bemerken, daß man vielleicht mit einer weiteren Erwägung etwas wahrscheinlicher machen kann, Monimus (S. 27) sei Jude gewesen. An sich kann man über diesen Namen schwanken. Levi hat nicht unrecht, wenn er ihn als semitisch ansehen will, weil ja die ituräische Abkunft des Mannes und der Name seines Vaters auf den vorderen Orient hinweisen. Aber man kann die andere Ansicht von Körber und O x e (bei Levi S. 29 und 32) nicht widerlegen, denn das Wort monimos ist in der Tat rein griechisch, und die Namen Monimos, Monime finden sich auch in sicher nichtjüdischer Umgebung. jedoch gerade die Möglichkeit einer solchen doppelten Auffassung scheint mir für das Judentum des Monimus zu sprechen. Es liegt dann jene allgemein bekannte Sitte vor, einen rein jüdischen Namen vor der Außenwelt hinter einem nichtjüdischen zu verstecken (Levi als Vorname wird zu Leo, Leon, als Hauptname zu Löwe). Diese Sitte haben aber die heutig tn Juden aus dem Altertum übernomnr n. Das läßt sich an dem Namen Isi :>r erweisen. Dieser ist an sich rein griechisch gebildet, so wie Apollodor, Artemidor, Diodor, Zenodor u.a. Er war aber als Versteckname auch geeignet für Juden mit dem Namen Isai, Jesaias. Als solcher aber wurde er so häufig angewendet, daß er schließlich zu einem charakteristischen Judennamen wurde. Erstmalig muß das aber natürlich im Altertum geschehen sein, d. h. in einer Zeit, als der Isisdienst noch lebte und deswegen auch Nichtjuden Isidor („Isisgeschenk") hießen. Hatte unser Monimus einen orientalischen Namen (und das ist, wie gesagt, wahrscheinlich), aber einen ituräischen, so brauchte er ihn nicht zu verstecken. Liegt aber mit dem griechischen Monimos die Möglichkeit eines Versteckspiels vor, so war M. wahrscheinlich ein Jude. Durch den anderen, ausdrücklich als Hebräer bezeichneten M., auf den Levi 29, 13 verweist, scheint mir das noch wahrscheinlicher zu werden. Leipzig. Hans Lamer. 176

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