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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1929-07-01 · Heft 2 (Juli 1929) · p. Seite 175

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1929-1930
Issue
Heft 2 (Juli 1929)
Article
Monatsschrift "Der Oberschlesier" [Nachricht]
Date
1929-07-01
Page
Seite 175 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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Im Aprilheft der von Karl Sczodrok- Coloimowska herausgegebenen Monatsschrift „Der Oberschlesier" (11. Jahrg., 4. Heft), die sich die Heimatpflege und Volksbildung in dem bedrohten Grenzgebiet zur Aufgabe setzt, verdienen zwei Aufsätze hier besondere Beachtung. Dr. Israel Rabin, Dozent am jüdisch-theologischen Seminar Breslau, führt seine Studien zur Geschichte der Juden Schlesiens in einem Aufsatze „Der Gleichberechtigungskampf der schlesischen Juden um die Wende des 17. Jahrhunderts" fort. Im gleichen Hefte berichtet Dr. A. Schellenberg über die Ausstellung: Das Judentum in der Geschichte Schlesiens. Als Sonderdruck aus der Dankesgabe für Albert Leitzmann ist eine Untersuchung von Jürgen Ricklefs 2,Lessings Theorie vom Lachen und Weinen" (Frommannsche Buchhandlung, Jena 1927) erschienen. Sie erweist u. a. den starken Anteil, den Moses Mendelssohn am Aufbau der Aesthetik Lessings besitzt. „Materialien zur jüdischen Familienforschung in Breslau" hat Dr. Erich Klibansky aus den Breslauer Archiven in den „Schlesischen Geschichtsblättern" (1929, Nr. 2) zusammengestellt. Es sind 41 Nummern, zeitlich von 1697 bis 1847 reichend. Die wertvolle Zusammenstellung wird hoffentlich den Anstoß bilden zu einem Stammbuch der Breslauer jüdischen Familien, wie das der Verf. in seiner einleitenden Bemerkung anregt. Ueber den „Regensburger Ritualmordprozeß 1476—80" hat in einem längeren Aufsatz Dr. Raphael Straus in der Zeitschrift „Menorah" (1928, Nr. 12) berichtet. Es werden dort ausführlich die besonderen Verhältnisse der Stadt Regensburg geschildert, die den Prozeß — eine cause celebre — verursachten und seinen absonderlichen Verlauf bestimmten. Die Darstellung folgt den in erfreulichem Umfang erhaltenen, großenteils unveröffentlichten Archivalien. Im Verein für Geschichte der Mark Brandenburg sprach Dr. Rachel über die Lage und Entwicklung der Berliner Judenschaft in der Zeit von 1671 bis 1812. Im Auftrag der Gemeindeältesten von Kassel wird demnächst die erste umfassende Geschichte der Jüdischen Gemeinde Kassel von ihren Anfängen im Mittelalter bis zum Kriegsende 1918 erscheinen. Sie wird die ganze politische, rechtliche, religiöse und kulturelle Geschichte von fünf Jahrhunderten aufrollen und für die Familienkunde unischätzbares Material vorlegen. Die Gemeindeältesten erlassen einen Aufruf, alle alten Schriftstücke, Flugblätter, Aufzeichnungen, Nachrichten, Dokumente, Akten, Briefschaften, Tagebücher usw. über die westfälische Periode, ebenso Nachweisungen von Werken hessisch-jüdischer Künstler zur Verfügung zu stellen. Unter den Neuerwerbungen der Kunstsammlung der Jüdischen Gemeinde Berlin sind zu erwähnen: ein Kupferstich „Vertreibung der Juden aus Fulda", ein Porträt von Leopold Zunz, ein Stich des ehemalig. Ephraimschen Palais (Berlin, Poststr.), 31 Grabsteinphotos aus Herford, 2 Photos aus Hameln. Rabbiner H. Horowitz in Dresden veröffentlicht eine Schrift Kitbe Hageonim (Pietrkow, 1928), die Briefe von Rabbinern des XVIII. Jahrh. enthält, darunter solche der Rabbiner Salomo Beer aus Glogau, Berntein und Caro aus Hannover, Hirschel Levin aus Berlin; die Anmerkungen des Herausgebers enthalten sehr reiches biographisches Material. Am 25. April 1929 starb in Berlin Dir. Dr. Michael Holzman, der frühere langjährige Leiter der Lehrerbildungsanstalt der Jüdischen Gemeinde Berlin, die als erste jüdische Anstalt die volle Berechtigung der staatlichen Lehrerseminare erhalten hatte. Wenige Wochen vorher verstarb in Montreux der Bibliograph Samuel Wiener, der Verfasser des ausgezeichneten Katalogs Kehillat Schelomo (Bibliotheca Frierlandiana). Der Redaktion sind folgende Mitteilungen zugegangen: Im Anschluß an die Bemerkung von Prof. Elbogen, vgl. Nr. I p. 40: „Auch Uebertritte von Juden zum Christentum sind bereits vor dem Terror der 175

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