Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1929-1930
- Issue
- Heft 1 (März 1929)
- Article
- Die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden ... [Nachricht]
- Date
- 1929-03-01
- Page
- Seite 73 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Nachrichten. Die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden hat eine „Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege" begründet, von der bisher Heft 1 und 2 erschienen sind. Ein Sonderheft der „Mitteilungen des Reichsausschusses der jüdischen Jugendverbände" berichtet über die von ihm Ende Dezember 1928 veranstaltete Soziale Woche in Seesen. Der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden hat einen Ausschuß zur Erhaltung jüdischer Kunstdenkmäler eingesetzt. Die vom Ausschuß eingesetzten Pfleger sollen auch der Erhaltung von Archivalien und anderem historischen Quellenmaterial ihre Aufmerksamkeit zuwenden. Der Bayerische Landesverband Israelitischer Gemeinden hat einen historischen Ausschuß ernannt, der sich mit archivalischen und anderen geschichtlichen Forschungen sowie mit der Pflege jüdischer Denkmäler, insbesondere der Friedhöfe, befaßt. In Breslau ist ein Verein „Jüdisches Museum" begründet worden, der vom 3. Februar bis 17. März 1929 eine Ausstellung „Das Judentum in der Geschichte Schlesiens" veranstaltet hat. Am 10. März 1929 traten in Breslau im Anschluß an die Ausstellung Vertreter der jüdischen Museumsvereine Deutschlands, Polens, Oesterreichs und der Tschechoslowakei, sowie des Gesamtarchivs der deutschen Juden und die Kunstsammlung der jüdischen Gemeinde in Berlin zusammen und faßten den Beschluß, eine „Arbeitsgemeinschaft für Sammlungen jüdischer Kunst und Altertümer" zu bilden. Die Lessing-Ausstellung der Preußischen Staatsbibliothek enthielt auch einige Mendelssohniana. Der Kunstausschuß der Stadt Berlin stellte im Lessing-Museum eine vom Bildhauer Jacob Plessner angefertigte Büste Moses Mendelssohns auf. In den „Veröffentlichungen der Akademie für die'Wissenschaft des Judentums" ist soeben Bd. I des großangelegten Werkes von Fritz Baer „Die Juden im christlichen Spanien" erschienen, der Urkunden und Regesten aus Aragonien und Navarra enthalt (XXVII, 1175 SS.). Zur Vervollständigung seiner Archivstudien ist Dr. Baer nochmals nach Spanien gereist. Die Gesellschaft zur Forderung der Wissenschaft des Judentums hat das während der Kriegsjahre verloren gegangene Manuscript der Germania Judaica, Bd. 1, Teil 2, soweit wieder hergestellt, daß bald mit dem Druck begonnen werden kann. Prof. Dr. Albert Brackmann-Berlin ist zum Generaldirektor der Preußischen Staatsarchive ernannt worden. Lehrer Hugo Friedmann in Berncastel-Cues hat auf Grund amtlicher und privater Urkunden „Verstorbenenlisten der jüdischen Gemeinden der Mittelmosel von Wintrich bis Enkirch" aufgestellt und in 50 Exemplaren vervielfältigt. Der Verein ehemaliger Zöglinge der Israel. Ackerbauschule in Ahlen bei Hannover hat zu seinem 25jähr. Stiftungsfest eine Jubiläumsschrift „Erstrebtes und Erreichtes" veröffentlicht, die Einblicke in das Streben nach Berufsumschichtung der Juden gewährt. Ueber Umfang und Herkunft der Sammlung Hebräischer Handschriften in der Kurfüstl. Bibliothek zu Berlin schreibt Dr. Arthur Spanier in der Festschrift für Ernst Kuhnert „Von Büchern und Bibliotheken", Berlin, Struppe & Winckler, 1928. 74